Angepinnt Kinothread

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    • Split


      Der neue Shyamalan Film und er ist definitiv einer der besseren Filme. Im Kern geht es um einen Mann mit multiplen Persönlichkeiten (23, um genau zu sein), der in typischer Thriller Manier 3 Mädchen entführt, die dann entkommen müssen.

      Fange ich mit dem Guten an:

      James McAvoy. Der Schauspieler von "Kevin" und seinen anderen Persönlichkeiten macht einen fantastischen Job. Wenn das Ganze in Kammerspielmanier aufgezogen ist und er auf engem Raum mit den verängstigen Damen interagiert ensteht genau das richtige Gefühl von Klaustrophobie und man fühlt sich höchst unwohl. Faszinierenderweise schleicht sich auch ein wenig Humor mit hinein, der das unangenehme Gefühl beim Entdecken der Persönlichkeiten sogar noch verstärkt (speziell bei der weiblichen und Kindpersönlichkeit). Die Persönlichkeiten, die man kennen lernt, sind auch recht interessant und jeder gibt McAvoy sein eigenes Bewegungsschema, sodass man ihm die Erkrankung problemlos abkauft. Mir wurden die Persönlichkeiten zwar nicht genug beleuchtet, aber was da ist, ist interessant. Man sieht von den 23 Persönlichkeiten aber nur eine Handvoll, eine kleinere Zahl hätte es auch getan.

      Die Psychologin ist bis auf etwas Dummheit am Ende auch gut besetzt und ein gut geschriebener Charakter. Sie verhält sich die meiste Zeit schlau und ist eine gute Reibungsfläche für Kevin.

      Die Cinematographie ist auch ganz nett, die Schauspieler sind oft etwas zu nah vor der Kamera, aber der Rest ist hübsch gefilmt, hat einige interessante Winkel und Ideen ohne total aufdringlich zu sein.

      Schwächen hat der Film dann leider aber auch eine Menge. Die erste Schwäche: zweiter Hauptcharakter Kacey. Wenn sie mit Kevin interagiert, ist sie interessant. Sonst tut sie allerdings nicht viel. Während die anderen Mädchen proaktiv versuchen zu entkommen, ist sie vollkommen passiv und starrt nur Löcher in die Luft, zumindest am Anfang. Das stört den Filmfluss und ist charakterlich auch nicht sinnvoll. Sie bekommt relativ viel Screen Time, weil ihre Hintergrundgeschichte in Flashbacks gezeigt wird. Grundsätzlich ok, in diesem Fall hätte man diese Geschichte aber komplett streichen können und der Film wäre der Gleiche geblieben. Die verbindet sich nicht mit der Haupthandlung und ergänzt im Grunde ihren Charakter auch nicht unglaublich stark. Hätte man das besser verknüpft, würde ich die Flashbacks mehr tolerieren, aber so schwebt es im luftleeren Raum. Absolut unnötig.

      Auch gibt es einige Plotholes, die sich nicht zu einem guten Gesamtbild zusammen fügen. Warum er die Mädchen jetzt speziell entführt hat, kommt nicht so ganz raus z.B. Und mir wurde wie gesagt zu wenig auf die Berechtigung der einzelnen Persönlichkeiten eingegangen. Ich brauche keine Backstory von Kevin. Ich fand es eher clever, dass die im Dunkeln gelassen wurde. Aber ein wenig mehr Einsicht in die Funktionsweise von Kevins Störung, wäre gut gewesen.

      Zweite Schwäche ist das Ende.
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      Ich meine damit die Übertreibung des Übersinnlichen Elementes. Das Biest als Konzept fand ich okay, wenn auch nicht gut erklärt, aber sie hätten seine Stärke runter schrauben müssen. Das war dann leider etwas lächerlich, auch wenn sie es am Ende durch ein Tie in mit Unbreakable rechtfertigen wollen.

      Dieses Tie-in fand ich sogar recht clever, letzten Endes werden aber Viele das nicht verstehen, weil man Unbreakable dafür gesehen haben muss. Etwas was man bei einem Film, der kein Sequel ist, nicht voraussetzen sollte.


      Alles in Allem: Wenn euch der Trailer interessiert, guckt ihn euch an. Er liefert, was er verspricht und ist durchaus spannend. Einmal kann man ihn sich ruhig ansehen, wenn auch nicht zwingend im Kino. McAvoy alleine ist schon Grund dafür. Es gibt aber leider Schwächen, die man hätte vermeiden können, die den Film zurückhalten.

      6/10 Punkten


    • Habe neulich auch Split gesehen und stimmte LMD in den meisten Punkten zu, jedoch nicht was Casey betrifft.

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      Die Flashbacks waren sehr wohl für den Charakter. Denn sie führen einen anfangs in die Irre. Man denkt, nur weil sie von klein auf mit auf die Jagd genommen wurde, ist sie eine eiskalte Kämpfernatur und verhält sich deswegen so bedacht und meist passiv. Das verstärkt sich dann auch bei dem Gespräch mit Hedwig, weil sie da wirklich clever vorgeht. Doch im Laufe der Flashbacks erfahren wir, dass ihr Vater gestorben ist und sie von ihrem Onkel vergewaltigt wurde. Sie wurde also schon einmal misshandelt und will irgendwie auch gar nicht so gerne zurück zu ihrem Onkel (auch der Grund warum sie in der Schule nachsitzen will). Das Feindbild zu "Kevin" wechselt auch ständig. Ist er eine Bedrohung? Kann man mit ihm sympathisieren?
      Zum Schluß als Kevin zur Bestie wird und die Gitterstäbe verbiegt, erkennt er Caseys Narben, die ihr wohl ihr Onkel zugefügt hat und verschont sie, weil sie eben bereits misshandelt wurde. Genauso wie Kevin damals. Er glaubt, eine misshandelte Person habe auch das Potential wie er zu einer "mächtigeren" Form von Mensch zu werden.
      Ob sie nun in einer Fortsetzung den gleichen Weg wie er gehen wird, kann ich nur gar nicht beurteilen. Als Charakter war sie einfach schwer zu durchschauen und die typische Heldin war sie schon mal gar nicht (eher ein etwas klügeres Opfer).

      Zu dem Tie-in mit Unbreakable gebe ich dir Recht. Ich verstehe auch, dass es den Werdegang zum "Superhelden" ein wenig untermauert wenn es in der gleichen Welt spielt, aber ich habe den Film leider auch gar nicht gesehen und kenne nur gerade so die Rahmenhandlung.


      Ich gebe dem Film 7/10 Punkten


      Zudem habe ich letzte Woche (den sehr wahrscheinlich baldigen Oscargewinner-Film) La La Land gesehen.

      In den Hauptrollen sind Emma Stone und Ryan Gosling. Ein Musical im Stil der alten 20er/30er Jahre Hollywood Filme, aber natürlich im Los Angeles der Neuzeit.
      Emma Stone spielt eine aufstrebende Schauspielerin, die eine Absage nach der anderen erhält, aber dennoch an ihrem Traum festhält.
      Ryan Gosling spielt einen Jazz-Pianisten, der davon träumt ein Jazz-Lokal zu eröffnen. Die beiden laufen sich ständig über den Weg und können sich anfangs nicht ausstehen. Es dauert aber nicht lange und es entwickelt sich eine Romanze. Beide sind große Träumer und helfen sich gegenseitig diese umzusetzen.

      Auch wenn hier die Romanze ein großer Teil des Films ist, die Botschaft des Films ist es, seine Träume zu verwirklichen (Davon handelt praktisch JEDER Song). Das haben wohl viele Zuschauer nicht verstanden und finden das Ende deswegen schlecht.
      Die Song sind übrigens wunderbar eingängig und schön jazzig. Die Leistung der beiden Hauptdarsteller ist außergewöhnlich und ich glaube mit einigen Oscar-Gewinnen wird der Film sicherlich ein Klassiker werden.

      Wertung: Klassiker!
      XOXO
    • Spark schrieb:

      Habe neulich auch Split gesehen und stimmte LMD in den meisten Punkten zu, jedoch nicht was Casey betrifft.

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      Die Flashbacks waren sehr wohl für den Charakter. Denn sie führen einen anfangs in die Irre. Man denkt, nur weil sie von klein auf mit auf die Jagd genommen wurde, ist sie eine eiskalte Kämpfernatur und verhält sich deswegen so bedacht und meist passiv. Das verstärkt sich dann auch bei dem Gespräch mit Hedwig, weil sie da wirklich clever vorgeht. Doch im Laufe der Flashbacks erfahren wir, dass ihr Vater gestorben ist und sie von ihrem Onkel vergewaltigt wurde. Sie wurde also schon einmal misshandelt und will irgendwie auch gar nicht so gerne zurück zu ihrem Onkel (auch der Grund warum sie in der Schule nachsitzen will). Das Feindbild zu "Kevin" wechselt auch ständig. Ist er eine Bedrohung? Kann man mit ihm sympathisieren?
      Zum Schluß als Kevin zur Bestie wird und die Gitterstäbe verbiegt, erkennt er Caseys Narben, die ihr wohl ihr Onkel zugefügt hat und verschont sie, weil sie eben bereits misshandelt wurde. Genauso wie Kevin damals. Er glaubt, eine misshandelte Person habe auch das Potential wie er zu einer "mächtigeren" Form von Mensch zu werden.
      Ob sie nun in einer Fortsetzung den gleichen Weg wie er gehen wird, kann ich nur gar nicht beurteilen. Als Charakter war sie einfach schwer zu durchschauen und die typische Heldin war sie schon mal gar nicht (eher ein etwas klügeres Opfer).

      Zu dem Tie-in mit Unbreakable gebe ich dir Recht. Ich verstehe auch, dass es den Werdegang zum "Superhelden" ein wenig untermauert wenn es in der gleichen Welt spielt, aber ich habe den Film leider auch gar nicht gesehen und kenne nur gerade so die Rahmenhandlung.


      Ich gebe dem Film 7/10 Punkten
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      Für eine simple falsche Fährte wurde mir aber zu viel Zeit in die Flashbacks gesteckt. ^^ Die ersten paar Flashbacks passiert einfach nicht viel interessantes, das hätte man teilweise cutten können. Ich dachte auch zu keinem Zeitpunkt, sie sei eine eiskalte Kämpfernatur, muss ich sagen. Eher der typische zurückhaltende Außenseiter. Dass die vielen Schichten Kleidung die Narben verbergen, fand ich clever. Aber das wäre auch so gewesen ohne den Fokus so sehr auf die Flashbacks zu legen. Für Kevins Motive ändert das ja nichts, ob wir die Flashbacks kennen oder nicht.

      Und wie gesagt, die Interaktionen mit Kevin fand ich gut. Da war sie interessant. Aber abseits davon hat sie halt nicht viel gemacht außer in die Luft zu gucken. Nichtmal den anderen Beiden geantwortet teilweise, obwohl die berechtigte Pläne hatten.

      Ich kann Unbreakable empfehlen. Ist ein guter Film insgesamt. Sogar ein bisschen besser als Split. Ich weiß noch nicht so genau, wie ich das Tie in nun finden soll, aber es es ist nicht unclever.
    • Power Rangers


      Lasst mich ein paar Sätze über mich als Person tippen, bevor ich auf den Film eingehe. Ich liebe Power Rangers xD Ich mag es für das, was es ist. Eine trashige, aber actiongeladene Serie, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Die aktuellen Staffeln interessieren mich nicht, aber alles was zwischen 1994 und 2000 im TV lief, hat bei mir einen ganz großen Platz im Herzen. Eine Ecke meiner Bude steht mit Merch und Sammlerstücken voll. Kurzgefasst: Ich war auf diesen Film sehr, sehr gespannt und hatte große Angst, dass das grausam wird :D

      Von daher bin ich echt froh darüber, dass der Film tatsächlich gut war! Ich springe jetzt nicht im Kreis und rufe "BEST MOVIE EVAR!!1", aber wer auf Superheldenfilme steht, die Serie mag oder mindestens mal davon gehört hat, aber mit dem over-the-top-trash nichts anfangen kann, sollte sich den Film anschauen. Man bekommt eine Mischung aus Treue zur Vorlage, neuen Ideen, ernsten Themen, spaßiger Action und gut erzählten Charakteren, serviert mit einer Portion extra Cheese (und Donuts...). Der Film weiß, wann er ernst sein muss und ist lustig an Stellen, wo er es sich erlauben darf. Denn es ist und bleibt Power Rangers. Es ist kein "dark & gritty reboot", auf gar keinen Fall. Wir kriegen hier kein "The Dark Knight Rangers" oder etwas in Richtung "Man of Steel". "Power Rangers" geht eher in Richtung Marvel, legt aber mehr Wert auf die einzelnen Charaktere. Was in der Serie oft ein Haufen Goodie-goods war, eben "fünf aufrichtige und tapfere Menschenkinder", ist hier ein soziales Wrack. Die Teenager können unterschiedlicher nicht sein und haben trotzdem eines gemeinsam. Als Zuschauer kann man sich bestimmt mit dem ein oder anderen Ranger identifizieren.


      tl;dr "Power Rangers" toppt für mich den Marvel-Einheitsbrei der letzten Jahre dank interessanter Charaktere, kreativer Ideen und idealer Nutzung bzw. mutigem Ausbau der Vorlage.

      In Punkten wären das 8/10 Krispy Kreme Donuts!
      PLATZHALTER
    • Ghost in the Shell

      Gerade eben aus dem Kino und noch ziemlich geflasht. Deutlich, deutlich besser als befürchtet. Gabs bislang überhaupt eine gelungene Realfilm-Adaption eines Animefilms? Wenn nein, ist Ghost in the Shell die erste, und nicht nur mangels Konkurrenz - die Realverfilmung ist ein sehr gelungener Science-Fiction-Film mit etwas mehr Action als die Vorlage, aber genau so philosophisch angehauchten Themen und wohl ähnlich tiefem Subtext und änlich viel Spielraum für Analysen und drüber nachdenken. Für Fans des Animes Pflicht. Ich halte den weiteren Kommentar spoilerfrei, bis auf ein paar markierte Ausnahmen.

      Gleichzeitig muss ich in gewisser Weise auch ein paar Warnungen aussprechen. Zum einen: für Fans des Animes, das hier ist keine 1:1-Umsetzung, und ich würde es auch kein Remake nennen. Die Story geht ihre ganz eigenen Pfade und verläuft grundlegend anders als in der Vorlage. Die philosophischen und gesellschaftlichen Themen sind aber die selben, oder zumindest sehr ähnlich, und werden fast genau so wie in der Vorlage eingebracht - hier und da kurz angesprochen, aber so gut wie gar nicht offen zwischen den Figuren diskutiert. An diesen Stellen nimmt der Film einem das Denken nicht ab und erzeugt denselben Effekt, den die Vorlage auf mich hat - eine gewisse intellektuelle Überforderung, die sich mit etwas Zeit zum Nachdenken, Reflektieren und Verstehen dann irgendwann gibt und den Film in der Zeit deutlich besser gemacht hat.
      Überhaupt, die Vorlage ist durchaus zu spüren. Wohldosierter Fanservice in Form von übernommenen Szenen und Einstellungen aus der Vorlage ist das eine, und das funktioniert, ohne gleichzeitig den Film zu erdrücken - der Film hat mehr als genug Luft zum Atmen, um ein komplett eigenständiges Werk zu sein, aber die Handschrift der Vorlage ist unverkennbar da. So macht man das, da können sich riesengroße Franchises wie Star Wars noch was von abschauen. Darüber hinaus hat der Film eine ziemlich unverkennbare Ästhetik, die mich echt stark an hochklassige Animefilme im Allgemeinen und - natürlich auch hier - im Besonderen an die Vorlage erinnert. Wenn ein Realfilm jemals den Filmstil hinsichtlich Beleuchtung, Einstellungen, Farbwahl und Helligkeit getroffen hat, den man aus Japan sieht, dann dieser. Ist aber gleichzeitig auch ein ganz eigenes Filmgefühl - in einem gewissen Sinn habe ich sowas wie in diesem Film tatsächlich noch nicht gesehen. Könnte aber andererseits für Leute, die mit Animes nicht vertraut sind, zu einer gewissen Überforderung führen.
      Das wird noch dadurch verstärkt, dass der Film diese ... ja, ich nenns mal "uncanny-valley-Ästhetik", dass halt irgendwas merkwürdig-anders ist und nicht so "stimmt" wie wir es kennen, voll annimmt. Das fängt mit Scarlett Johansson an, die in einer eindeutig asiatisch kodierten Metropole und mit selbst in die Richtung getrimmtem Stil halt schlicht und einfach nicht reinpasst.
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      Gerade die Szenen später im Film, wo sie ihre Mutter trifft.
      Das merkwürdige ist halt, dass dieses "nicht-reinpassen" perfekt zum Film passt, wirklich perfekt, wie die Faust aufs Auge. Bonuspunkte für die Schauspielerleistung. Es ist wirklich absolut beeindruckend, wie Johansson wechselt zwischen der Darstellung des Majors als Kampfmaschine und dem Spiel mit ihrer unterdrückten menschlichen seite, und wie perfekt sie diese Gratwanderung und den Ritt im "uncanny valley" rüberbringt. Im philosophischen Verwirrspiel über Identität, Individualität und was einen Menschen wirklich ausmacht, hat diese Figur die Schlüsselrolle inne, von ihr hängt der ganze Film ab, und Scarlett Johansson schnappt sich diese Rolle und landet sie einfach perfekt. In den letzten Jahren gabs Darstelleroscars für weniger als das.
      Der Restcast macht nen guten Job. Sonderlob für Pilou Asbaek als Batou, der ziemlich viel Screentime mit Scarlett Johansson hat und nicht voll an die Wand gespielt wird. :D

      Joah, Fazit? Fans der Animevorlage müssen rein. Allen anderen Interessierten kann ich den Film nur empfehlen, stellt euch aber darauf ein, dass der Film nicht das bietet, was ihr erwartet. Stilistisch habt ihr alle so etwas wohl noch nicht gesehen. :D Note? Tjoah. Bauchgefühl am Creditstart war so 8/10, da bin ich aber schon deutlich drüber mit knapp 45 Minuten Abstand, Zeit zum Nachdenken und diesen-Text-hier-schreiben. :D Die 10 mag ich aber noch nicht ziehen - vielleicht nach dem Rewatch in ein paar Monaten auf Bluray. Potenzial ist da. Das muss der Rest des Kinojahres erst mal toppen - und dazu auch deutlich mehr als nur Action bringen.

      "What can change the nature of a man?"




      Ravel, Planescape: Torment

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Tikal ()

    • Ich frage mich seit einer Woche, ob ich mir den Film anschauen sollte, aber Metacritic sagt eher eine Gurke voraus. Dir scheint er ja zu gefallen. Vielleicht sollte ich es doch mal wagen? Im allgemeinen mag ich Filme/Animationen die völlig weit ab von dem Mainstream-Kino sind (z.B. verrückten Sachen wie Eraserhead oder Stalker), obwohl Ghost in the Shell ja nun alles andere als ein Geheimtipp ist, da er allgemein als Meilenstein des Anime-Genres gilt.
      Ich habe mir vor zwei Tagen noch mal den ersten Teil angeschaut und dort sind mir zwei witzige Sachen aufgefallen. Zum einen der Einfluss von Ghost in the Shell auf MGS, zum anderen die Synchronsprecher, die in gleicher Konstellation auch schon in der Stargate-Serie zusammengearbeitet haben (Klaus-Peter Grap und Christin Marquitan).
      Insgesamt muss ich aber sagen, war der Anime für mich eher "nur" solide. Zu viel Philosophie-Geschwurbel ohne echte Spannung und ein Ende das überraschend kam. Schon allein deshalb frage ich mich, ob der Kinofilm da etwas für mich wäre. Auf der anderen Seite gefiel mir aber der Stil, die Charaktere und vor allem die Musik, die in zwei Szenen zusammen mit den Bildern von Tokio (?) ein Gefühl für das Setting gaben. Die Musik erinnerte mich dabei ein wenig an Vangelis (Blade Runner). Bei der Handlung habe ich dann doch später noch mal nachlesen müssen, denn so wirklich alles verstanden habe ich beim bloßen durchschauen nicht. Obwohl ich sagen muss, dass es bei weitem nicht so schlimm ist wie in Mind Game. :D


      «Wenn man dich als finster und krank bezeichnet, bist du wahrscheinlich auf dem richtigen Weg.» - Thom Yorke




    • Mir fallen da ein paar Punkte ein, die erklären könnten, warum der Film nicht so überragende Bewertungen erhält. Für einen durchschnittlichen Kinozuschauer dürfte der nämlich tatsächlich recht schwere Kost sein, vor allem weil die vermutlich mit falschen Erwartungen rangehen.

      Zunächst mal, Scarlett Johansson. So brilliant sie in dem Film ist, der Shitstorm rund um ihr Casting wird dem Film nicht gutgetan haben - ein paar werden ihn aus Prinzip verreißen, viele andere dürften sich sehr stark auf sie konzentrieren und den Rest nicht verstehen, nicht verstehen wollen, etwas zu schnell abtun.
      Dann gibts ja noch ihre andere Heldinnenrolle in einer Comicverfilmung - Black Widow im Marvel-Universum. Ich gehe schwer davon aus, dass der Faktor, dass sie aktuell so ziemlich die einzige große Actionheldin da draußen ist, der Hauptgrund war, dass sie die Rolle hier bekommen hat - zusammen mit dem Faktor, dass sie mit Black Widow schon eine Action-Heldinnen-Rolle in Comicverfilmungen hat, und das recht erfolgreich. Der Major ist aber halt eine völlig andere Figur als Black Widow und Ghost in the Shell ein ganz anderer Film als das komplette MCU. Auch und gerade in der Hinsicht, dass das MCU ja eher seichte Unterhaltung ist, während Ghost in the Shell einen mit philosophischem Subtext erschlägt. Läuft an den Erwartungen da halt einfach völlig vorbei.

      Und auch der Realfilm ist ein bisschen merkwürdig, verglichen mit "normalen" Mainstreamfilmen. Deinen Eindruck, dass im Original storytechnisch nicht viel passiert, das ganze ein bisschen wirr ist, mit komischem Ende und ein bisschen viel Subtext und Philosophie - das kann ich alles nachvollziehen, und teilweise teile ich diese Eindrücke. Der Realfilm erzählt schon eine in sich geschlossene und ganz gut nachvollziehbare Geschichte und ist in der Hinsicht sicher leichter zugänglich als der Anime, aber der philosophische Subtext ist definitiv da. Das wird einige Leute überfordern, einige andere nerven, einige werden interessiert sein, aber schlicht nicht durchblicken, und ein paar werden den Film halt einfach generell nicht mögen. :D

      Aus meiner Sicht kommt der Film aber definitiv viel, viel zu schlecht weg. Meine ausdrückliche Empfehlung steht. :D

      "What can change the nature of a man?"




      Ravel, Planescape: Torment

    • Ghost in the Shell

      Im Gegensatz zu Tikal muss ich sagen: Genau so schlecht wie erwartet.

      Um es vorweg zu nehmen: Der Streifen ist ein grundsolider Action Streifen mit hübscher Ästhetik und gutem Schauspiel. Er schneidet die Themen der Vorlage oberflächlich an und verwendet viele Bilder des Originals, um Fans zu erfreuen. Das Casting einiger Charaktere (zB Batou) ist sehr gelungen. Als allein stehenden Film hätte ich ihn wohl ganz gut gefunden. Nicht überragend, aber gut. Leider basiert er auf einer Vorlage, die trotz Schwächen bahnbrechend war. Und an der Stelle versagt der Film für mich.

      Der Film ist ein Hackstückwerk aus dem ersten GitS Film und dem Second Gig der Serie "Stand Alone Complex" aus der der (scheinbare) Antagonist Kuze stammt. Beide Geschichten haben gewisse Themen, die sich mit der Aufgabe von Identität befassen, der Realfilm geht nun in eine komplett gegensätzliche Richtung. Heruntergebrochen besteht die Handlung in diesem Film aus einer recht simplen Rachegeschichte, bei der der Antagonist deutlich eine böse Firma ist, die Dreck am Stecken hatte. Der Major ist aufgrund ihrer Vergangenheit tief darin verwickelt und muss nun herausfinden, was vor sich geht. Bei der böööösen Technologie Firma.

      Als Adaption trifft der Film grundlegende Motive und Charaktere, dreht aber die Fragen und Schlüsse der Vorlage komplett um. Adaptionen verändern Dinge, das ist klar, aber in diesem Fall wurde Vieles verschlechtert. Nehmen wir Kuze einfach mal als Beispiel. Vorlage: Ein politischer Extremist, der im Rahmen einer Flüchtlingskrise auftaucht und der Meinung ist, dass der logische Schritt um sich von den Missständen der Welt zu befreien ist, seine Anhänger umzubringen und deren Bewusstsein ins Netz einzuspeisen. Sich quasi vom Weltlichen und der Identität zu lösen und ein digitales Leben zu führen. Realfilm: Ein Mann, dem von einer Technologiefirma Unrecht getan wurde. Er will Rache.

      Ähnliche Verschlechterungen ziehen sch leider durch den ganzen Film. Wie gesagt, er ist ein Hackstückwerk, das die Themen der Vorlage nicht korrekt aufgreift, sondern eher in eine komplett andere Richtung schiebt, um etwas über Individualität zu sagen, wo die Vorlage damit endete, dass der Hauptcharakter seine Identität für die Technologische Evolution zumindest in Teilen aufgibt.

      Insgesamt wirklich nicht gut. Die Symbole passen nicht mehr zusammen, die Geschichte zu simpel, die philosophische Ausrichtung eher gegen das Original gerichtet und als Film ist er auch nicht übermäßig spannend. Näh. Kann ich nicht empfehlen. Wenn ich die Änderungen zur Vorlage nicht als einzige Basis meiner Bewertung nehme, kommt eine 5/10 raus.

      Guardians of the Galaxy 2

      Na das war schonmal deutlich besser. ^^ Eine konsequente, spaßige Fortsetzung, mit gleichem Witz, Action und Charme des Vorgängers. Die Charaktere entwickeln sich allesamt super weiter, das Universum wird ausgefeilt und der Antagonist ist für Marvel Standarts sogar ganz interessant. Neben dem Humor und dem Spaß liefert der Film aber auch Emotionen, gute Charakterentwicklung und eine nette Backstory für Starlord und Yondu. I cried.

      Abseits davon ist Babygroot sowas von niedlich, Draxx wird noch besser, Gamorra und Nebula werden interessanter und der Neuzugang Mantis weiß ebenfalls zu gefallen. Spaßige Sci Fi Action in klassischer Comicmanier, die dabei nicht mal dumm ist und neben Witz und Charme auch mit guten Charakteren und einer soliden Handlung nicht geizt. Einer der besten Filme aus dem Hause Marvel. Und echt schick anzusehen.
      9/10
    • Berlin Falling

      Ein Thriller aus Deutschland, der tatsächlich gut ist? Wer hätte denn das für möglich gehalten?

      Dabei klingt es zunächst ganz simpel: Afghanistan-Veteran Frank (Ken Duken), dem Alkohol verfallen und mit einer ausgeprägten PTBS, ist seit Jahren von seiner Frau getrennt und soll zu Weihnachten ein paar Tage die gemeinsame Tochter bekommen, quasi als letzte Chance. Unterwegs nach Berlin nimmt er widerwillig den Anhalter Andreas (Tom Wlaschiha) mit, doch stellt sich - scheinbar zufällig - auf der Fahrt heraus, dass dieser einen Terroranschlag in Berlin plant. Ein nervenaufreibenes Kammerspiel im Auto beginnt...

      Spoilerfreie Kritik: Es ist unbeschreibbar gruselig, wie wenig dieser Film braucht, um extrem spitzfindig und mit einer fiesen Giftigkeit die Themen zu verarbeiten, die in Deutschland immer allgegenwärtiger Angst oder zumindest Skepsis verbreiten: Terror, Ausländer, Islam, Extremismus... Der Großteil des Films spielt sich im Auto des bedrohten Frank ab, untermalt von den diabolischen Monologen seines Beifahrers. Schauspielerisch top, Ken Duken gibt den wortkargen, traumatisierten und irgendwie gleichzeitig starken und hilflosen Veteranen Frank, während Tom Wlaschiha (Game of Thrones) seinen Andreas mit einer Boshaftigkeit spielt, wie man sie selten erlebt. Dabei bringt einen der Film mehrfach bewusst auf die falsche Fährte, und man ertappt sich selbst dabei, wie man dieses und jenes Motiv bei ihm anhand seiner Erscheinung niemals vermutet hätte. Aber zu keinem Zeitpunkt - und das ist sein großes Kunststück - driftet dieser Film ins oberlehrerhafte Milieu ab, stattdessen bleibt er trocken und eiskalt, während er die genannten Themen miteinander verstrickt. Und die Absurdität über den Umstand, dass er mitten in seiner Fertigstellung von der Realität eingeholt wurde, wird einem spätestens bewusst, wenn die Fahrt vorbei am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz führt.

      Es ist eigentlich eine Schande, dass dieser Film nur wenige Tage in ausgewählten Kinos lief, ehe er Ende des Jahres im Pay-TV ausgestrahlt wird. Diesem topaktuellen und für eine deutsche Produktion überraschend guten Film hätten wenigstens zwei Wochen Kinoauswertung gut getan. 9/10




      Dunkirk (70-mm-Film)

      Der heiß erwartete und von der Kritik hochgelobte neue Streifen von Ausnahmeregisseur Christopher Nolan erzählt die Geschichte der "Operation Dynamo" im Zweiten Weltkrieg, als es im Jahr 1940 unter sehr widrigen Bedingungen gelang, über 300.000 britische, französische und belgische Soldaten aus dem von der Wehrmacht umzingelten Dünkirchen (engl. Dunkirk, franz. Dunkerque) mit vergleichsweise geringen Verlusten nach England zu evakuieren, unter Mitwirkung etlicher ziviler Helfer und Boote, während man die eigenen Streitkräfte der Royal Navy und RAF weitestgehend zurückhielt, um für eine mögliche Schlacht um England eine Reserve zu haben.

      Definitiv einer der besten Kriegsfilme, die ich je gesehen habe, er spielt locker in einer Liga mit "Apocalypse Now" mit und ist in seiner Art und Weise, sowohl inhaltich als auch handwerklich, etwas Einzigartiges, zu welchem es mir echt schwer fällt, die passenden Worte zu finden, um das Gesehene zu beschreiben. Spoilerfrei gibt es von mir eine volle Punktwertung 10/10 und eine unbedingte Empfehlung. (Es sei denn natürlich, man kann mit diesem Genre wirklich überhaupt nichts anfangen.)


      Ausführliche Kritik, mit Spoilern:

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      Ich kann immer noch nicht so richtig glauben, was ich da gestern gesehen habe. Nur vorweg kann ich sagen, was Dunkirk alles nicht ist: Kein hollywoodtypisches Actionkino, keine überpatriotische Heldengeschichte, aber auch kein reiner Historienfilm. Kurz: Dunkirk ist vieles, aber keineswegs konventionell. Der Film beginnt, und man befindet sich mitten im Krieg.

      Story:
      Dabei bricht der Film storytechnisch in vielerlei Hinsicht mit der Tradition bisheriger Kriegsdramen und Actionfilme des typischen Hollywood-Kinos. Erzählt aus drei Perspektiven (der Soldaten in Dünkirchen, der zivilen Helfer und der Piloten der Royal Air Force), werden hier keine wirklichen Protagonisten hervorgebracht, welche ausdrücklich vorgestellt werden, den Film zu >80% tragen und gefühlt vor allem dank "Plot Armor" überleben müssen. Was man jedem anderen Film als schlechte Charaktergestaltung attestieren würde, ist hier bewusstes Stilmittel: Kein Soldat ist wichtiger als alle anderen, sondern alle sind Teil eines großen Kollektivs, und einem jeden von ihnen geht es ums nackte Überleben. Ähnliches lässt sich bei den zivilen Helfern erkennen, wobei hier immerhin mit dem Segler Mr. Dawson (Sir Mark Rylance), seinem Sohn und dessen bestem Freund, der später durch die Hand eines aufgelesenen, traumatisierten Soldaten, welcher unter keinen Umständen zurück nach Dünkirchen will, ums Leben kommt, ein paar Figuren stärker hervorgehoben werden. Ergänzt wird das Konstrukt durch die RAF-Piloten, welche bemüht sind, in extremer Unterzahl so viele deutsche Jagdflieger und Bomber wie möglich vom Himmel zu holen, um die Evakuierung zu schützen.

      Den Feind, also die deutsche Wehrmacht, hingegen - ein weiterer Traditionsbruch - bekommt man ebensowenig zu Gesicht wie die britischen Soldaten. Hobbyrechte Möchtegern-Patrioten im Netz haben sich schon hier und da beklagt, dass im Film überhaupt nicht thematisiert werde, dass die Briten ihre Evakuierungsaktion letztendlich auch Hitlers Haltebefehl zu "verdanken" hätten. Richtig, das erfährt man nicht, aber dieser Film spielt ja auch ausschließlich aus der britischen Perspektive, und auf britischer Seite wusste man nun einmal nichts darüber, warum die Wehrmacht damals nicht vorrückte. Die typisch auktoriale Perspektive, die man als Zuschauer in Filmen dieses Genres gewöhnlich hat, fehlt hier, schadet ihm aber nicht, im Gegenteil. Auch die Entscheidung, keine wirklichen Protagonisten herausstechen zu lassen und somit keinen Soldaten "wichtiger" zu machen als den Rest, ist vielleicht nicht jedermanns Sache, passt zu diesem Film und zum Thema aber perfekt. Auch die typische Spannungskurve fehlt, man befindet sich von Anfang bis Ende mitten im Geschehen und kommt nie wirklich zur Ruhe - auch das gibt für mich die Stimmung in einem Krieg perfekt wieder. Das extrem hohe Erzähltempo, welches auch zu einer für Nolan unüblichen Lauflänge von nur 107 Minuten führt, tut dann sein übriges. Erzähltechnisch ist der Film also zweifelsohne gewagt, die Geister werden sich daran scheiden, ich finde es aber rundum passend und gelungen.

      Bild/Ton:
      Christopher Nolan gilt als einer der wichtigsten Verfechter klassischer Filmtechnik, vor allem IMAX hat es ihm angetan. Das Bild ist für ihn das Kernmedium des Films, und das merkt man auch Dunkirk an. Die Devise "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" ist hier Programm: Die Dialoge sind bewusst überschaubar gehalten und auf das Wesentliche reduziert, der Film lebt von seinen dafür umso gewaltigeren Bildern. Gefilmt wurde dabei überwiegend in klassischem IMAX (70-mm-Film horizontal), der Rest im "normalen" 65-mm-Format. Allein das verschafft dem Film ja schon eine Ästhetik, wie sie ihresgleichen sucht. Da aber leider ausgerechnet in Deutschland keins der wenigen IMAX-Kinos mehr mit 70-mm-Film arbeitet und mir eine Reise nach Prag oder London allein für einen Kinobesuch dann doch zu aufwändig und teuer war, bin ich auf das nächstbeste ausgewichen, welches in diesem Fall für mich als absolutem Liebhaber von echtem Film eine Vorstellung im Zoo Palast Berlin auf 70-mm-Film war - eine lang ersehnte Premiere in meinem Leben. Zwar sieht man hier in den in IMAX gefilmten Szenen nicht das komplette Bild, aber noch nie habe ich eine Bildschärfe und einen Detailreichtum in solch einem Ausmaß gesehen. Da kann derzeit einfach kein digitales Kino der Welt mithalten. Das lässt sich auch an der Auflösung festmachen: 70-mm-Film lässt sich mit bis zu 16K scannen, 4K ist im Digitalkino derzeit Standard, bei Low-Budget-Produktionen ist 2K noch weit verbreitet. Dazu kam noch die Aufmachung des Kinos selbst...Also allein schon rein "kinotechnisch" gesehen war der Besuch ein Erlebnis für sich.

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      Wären da nicht unter anderem die Horrormieten, wäre der Zoo Palast ansich schon ein Argument, in Berlin zu wohnen. :D


      Aber kommen wir zurück zum Film Dunkirk: Nachdem wir schon festhalten konnten, dass Nolan hier ganz deutlich (vielleicht mehr als je zuvor) die Sprache der Bilder spricht, ist das allein aber noch nicht alles. Selbstverständlich verzichtet Nolan auch in Dunkirk komplett auf digitale Tricks, alles in diesem Film ist handgemacht, und es sieht entsprechend brillant aus. Dabei hält sich der Film mit Gewaltdarstellungen vornehm zurück, was bei einem Kriegsfilm vorweg durchaus Skepsis wecken kann, aber hier die richtige Entscheidung war. Solch eine Effekthascherei hat der Streifen gar nicht nötig. Untermalt werden diese von einer rundum beeindruckenden Soundkulisse, wie ich sie auch noch nie erlebt habe. Jeder Bombeneinschlag, jeder Fliegerangriff, jeder MG-Schuss ließ mir das Blut in den Adern gefrieren, als sei ich mitten in dem Geschehen. Der düstere, aber glücklicherweise niemals aufdringliche oder fanfarische Soundtrack von Hans Zimmer trägt sein übriges zur Wirkung bei.

      Fazit: Beispiellos, einzigartig und kaum zu beschreiben, ist Dunkirk ein rundum gelungenes Meisterwerk, ein wirklicher Meilenstein in der jüngeren Kinogeschichte. Nicht umsonst wird dieser Film schon jetzt als Favorit für die Oscarverleihung 2018 gehandelt, und das völlig zu Recht. Er ist gewagt, er ist unkonventionell, filmhandwerklich ist er für Cineasten ein Traum, mit unverkennbarem Nolan-Touch, und definitiv einer der besten Kriegsfilme aller Zeiten.
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    • Der Dunkle Turm

      Ja, ich konnte nicht anders. War im Endeffekt auch nicht ganz so schlimm wie befürchtet, aber brauchen tut man den Film jetzt nicht wirklich. Durchschnittlich brauchbar, so als Film an sich, muss man aber nicht unbedingt sehen. Und als Adaption von Stephen Kings Büchern ist der Film ne ziemliche Enttäuschung, weil er mit der Vorlage einfach so gut wie gar nichts zu tun hat und vom Stil auch substanziell abweicht. Es gibt ein paar Szenen und Elemente, die aus der Vorlage übernommen und als Fanservice eingestreut werden, aber nichts wirklich zusammenhängendes. Im Endeffekt fühlt sich der Film einfach nicht nach der Vorlage an.
      Positiv zu erwähnen ist lediglich die Besetzung. Roland wird für mich immer Charles Bronson in Spiel mir das Lied vom Tod sein, aber Idris Elba ist eine sehr interessante Besetzung. Matthew McConaughey als der Mann in Schwarz tuts auch, der hat anscheinend auch ein bisschen Spaß mit der Rolle gehabt :D Beide leiden aber halt unter dem bestenfalls durchschnittlichen Skript, dass nicht wirklich Gelegenheit zu herausragenden Leistungen bietet und schon gar nicht die Genialität der Vorlage einfängt.

      5/10 würd ich am Ende geben, denk ich, aber keinesfalls mehr, und auch nur deswegen, weil ich mich im Film wenigstens nicht groß geärgert habe. Plätschert halt so ein bisschen vor sich hin und manchmal denkt man "ja, doch, das passt zu Roland, gut", aber kann man sich im Wesentlichen auch sparen. Als Fan der Buchreihe gibts hier so gut wie gar nichts aus der Vorlage, und als Nichtkenner der Buchreihe gibts eigentlich keinen Grund, sich gerade diesen Film anzusehen.

      "What can change the nature of a man?"




      Ravel, Planescape: Torment

    • Baby Driver

      Ich muss ehrlich zugeben, das einzige Interesse das ich an dem Film hatte war das Auto aus dem Trailer, ich hatte den Film aber kurz darauf wieder vergessen, bis mich ein Kumpel dran erinnert hat.
      Jedenfalls, der Film war viel, viel besser als ich dachte. Die Musik war super, die Action war 1A und auch die Schauspieler haben ihre Rollen glaubhaft rüber gebracht. Der Plot an sich ist recht simpel, "Baby" ist ein Fluchtfahrer für Banküberfälle und er ist ein Gott hinter dem Lenkrad. Aber er möchte raus, doch das ist in der Welt des organisierten Verbrechens nicht gerade einfach. (Will nicht allzuviel spoilern)
      Auf die Musik wurde besonders viel wert gelegt, da Baby in so ziemlich jeder Szene Musik über seinen iPod hört. Schüsse bei Schießereien passten zur Melodie des Liedes das gerade spielte, Lyrics des Songs den Baby hörte als er durch die Stadt lief tauchten als Graffitis und ähnliches an den Wänden auf. Der Soundtrack ist auch 1A.
      Würde ich den Film empfehlen? Ja, wenn man Action mag und nichts gegen ein wenig Blut gegen Ende des Filmes hat. Für mich, persönlich, eine 8/10.


      Do you enjoy hurting other people?
    • Lange nichts mehr geschrieben hier, deswegen zwei Kurzreviews...

      Spider-Man Homecoming

      Marvel in Bestform. Tom Holland ist instant mein neue Lieblings-Peter Parker geworden, der Film strotzt nur so von guten Szenen und bringt Spider-Man perfekt in den aktuellen Marvel-Canon (nach Civil War, versteht sich). Der Bösewicht ist endlich mal gut und handelt sogar nachvollziehbar, und der persönliche Konflikt ist sehr gut umgesetzt worden. Wo vorher immer nur "Random Held gegen random Gegenspieler" war, haben diese beiden hier ein echtes Problem miteinander, was sie nur unter sich lösen können.
      Ganz klare Empfehlung für alle Marvel-Fans, Comicbuchleser und Geeks aller Art :D - 8/10

      Baby Driver

      Ohhh boy, Edgar Wright at his best. Ich liebe jeden seiner Filme (plus Spaced) für die kreative Art und Weise, wie er mit Kamera, Musik und Schnitt umgeht, und auch in diesem Film liefert er wieder Meisterklasse ab. Die Story mag banal und simpel sein, aber die filmische Umsetzung ist konstant unterhaltsam, kreativ und frisch. Hier haben wir einen Film, der sich traut mit dem Medium ansich zu spielen und damit einen Volltreffer landet. Lasst euch nicht vom merkwürdigen Titel oder der unspannend wirkenden Story beeinflussen - hier bekommt man einen Film wie keinen anderen geliefert. - 10/10
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