[Original, Fiction] Rennstachlers Spindash-Krimi 1

    • Ich will ehrlich sein.
      Seit nunmehr einem Jahr habe ich fast keine Kapitel mehr gepostet. Im ersten Jahr des Krimis waren es 20, im vergangenen gerade einmal 2. Ja, das ist ziemlich wenig. Aber das hat auch seine Gründe.
      Zweifellos hängt dieser Umstand mit der Aktivität hier zusammen. Unabhängig davon, ob ich die Geschichte für mich schreibe und hier hochlade oder auf Publikum abziele - es fehlt in beiden Fällen die Motivation, der Ansporn, sich hinzusetzen und weiterzuschreiben. Denn wenn niemand da ist, der auf eine Geschichte wartet, entsteht auf der Seite des Autors einer inzwischen gut dreieinhalb Jahre (!) alten Geschichte nicht unbedingt mehr ein (positiver) Leistungsdruck, ein neues Kapitel abzuliefern. Dies ist auch bei mir der Fall. Jedoch haben diese immer länger dauernden Pausen zu einem weiteren, weitaus ernsteren Problem geführt: Mir entfielen Stück für Stück Details und schließlich Zusammenhänge, die für ein gutes Finale der Geschichte (das ich unbedingt abliefern möchte) dringend notwendig sind. Bislang konnte ich diese Löcher umschiffen, doch bei der Konzipierung des Kapitels 31 gelang mir das nicht mehr, denn ich nehme jetzt klaren Kurs auf die Auflösung des ganzen Falls. Der Grund für die wenigen Kapitel ist nicht zuletzt auch, dass ich schlichtweg nicht mehr sicher war, wie es weitergehen sollte und was die Charaktere bereits wussten. Und da ich sehr stolz auf den Krimi bin und das auch beibehalten möchte, wollte ich Logik- und Kontinuitätslöcher um jeden Preis vermeiden.

      Ich habe daher für das jetztige Kapitel begonnen, das gesamte bisherige Werk durchzugehen und meine Notizen mit den fehlenden Zusammenhängen zu ergänzen. Keine Sorge, ich habe die Geschichte nicht komplett vergessen, jedoch mangelt es etwas an Figurenkonstellationen und Details einzelner Charaktere, die mir beim Lesen der alten Kapitel wieder einfallen. Ich möchte diese lange Geschichte würdig abschließen - und dazu gehört eben auch eine Auflösung der früherer Andeutungen am Ende der Story.

      Diese Extra-Recherche, die mir zugegebenermaßen etwas peinlich ist, hat jedoch verhindert, dass ich das Kapitel 31 zum heutigen Tage habe fertigstellen können. Ich setze mich daran und mache es so bald wie möglich fertig, aber das braucht jetzt etwas Zeit.
      Sorry.
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    • JO ist ja auch klar das einem die Motivation fehlt wenn keiner mehr was dazu schreibt oder ließt und das ist selbstverständlich. Trotzdem..... kann mich auch noch daran erinnern wie des alles begonnen hat. Ist schon echt lange her, damals wie du bereits meintest war hier auch viel mehr Betrieb auf der Seite und es bestand auch ein stetiges Interesse daran deinen Krimi zu lesen.
      Mit der Zeit sind halt immer mehr Leute inaktiv hier geworden und immer weniger haben sich hier registriert und dann sinkt auch die Anzahl der aktiven Mitglieder und dazu gehörten halt auch einige die deine Geschichte von Anfang an mitverfolgt haben.
      Kann dich gut verstehen das des dann auch länger braucht für dich die Kapitel zu veröffentlichen. Trotzdem Respekt das du dich auch immer noch um dieses Projekt kümmerst und es nicht einfach abbrichst :thumb:
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    • @DrEdwardRichtofen: Wow. Ich hatte echt nicht damit gerechnet, dass jemand noch in meinen Thread was postet, und dann auch noch etwas Positives. Danke, sowas zu sehen tut echt gut. Die Motivation ist wieder gewachsen. ^^

      Da ich im Moment wieder in einer Klausurenphase stecke und nebenbei mit anderen Projekten beschäftigt bin, hatte ich leider keine Zeit, mich besonders mit dem Krimi zu beschäftigen; ein paar Bezüge habe ich jedoch inzwischen wiederherstellen können. Die Idee scheint zu funktionieren, hoffentlich geht das auch weiterhin so gut.
      Ich peile als festes Ziel für das nächste Kapitel den 27. März '15 an, denn da ist mein 4. Jubiläum hier auf Spindash und das möchte ich nicht einfach so verstreichen lassen. Bis dahin wird sich auch der Klausurenstress gelegt haben, also bin ich optimistisch, euch dieses Mal nicht enttäuschen zu müssen. ;)
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    • 4 Jahre Rennstachler. Und Kapitel 31.

      Heute ist mein 4. Jubiläum hier auf Spindash. Ein durchaus beeindruckendes Alter in den Weiten des Internets. Auch der Spindash-Krimi wird im Laufe dieses Jahres 4 Jahre alt werden - das ist weitaus länger als ich es ursprünglich geplant hatte. Umso wichtiger ist daher, dass ich mit dem heutigen, lang erwarteten Kapitel endlich eine Menge Fäden zusammenknüpfen kann. Nicht alles ist mir bei der Lektüre des bisherigen Krimis wieder eingefallen, aber ich hoffe, dass das neue Ende trotzdem gut ankommt. ^^'
      Ich danke allen meinen Freunden, mit denen vor vier Jahren eine Wahnsinnszeit losging und ohne die diese Geschichte nicht existieren würde, und wünsche viel Spaß bei der Lektüre. :)

      Diese Geschichte ist nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Die Weitergabe ist verboten.

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      Kapitel 31
      „Heilige S…“, flüsterte Alpi. „Du hattest Recht.“
      Mich erfüllte in dem Moment ein Schwall von Stolz. Die Antwort auf die Sicherheitsabfrage war gerade eben noch richtig. Damit hatten wir die Tür im letzten Moment doch noch aufgekriegt.
      Was darauf folgte, war eine Frage der Formalität. Alpi verhing ein einfaches Passwort, ich notierte es neben ihm vor dem Schreibtisch kniend. Anschließend meldete er sich an.
      „Willkommen, dc_hero! Du hast 1,094 ungelesene Nachrichten.“
      „Oh, verdammt!“, stöhnte Alpi. „Sieht nach einer langen Nacht aus“, bemerkte ich trocken. „Klick mal darauf.“ „Bist du blöde?! Ich lese mir doch nicht spätabends um 23 Uhr tausend E-Mails durch.“ „Aber wozu haben wir uns dann hier eingehackt?“ „Als erstes: Wir haben uns hier nicht eingehackt, sondern wir haben uns mithilfe eines völlig legitimen Mittels Zugang verschafft. Und zweitens: Wir haben uns hier eingehackt, um an Daten über Commander zu kommen.“ „Aber was dient uns dann wohl am meisten als Informationsquelle? Das sind die Mails, Alpi! Wir müssen ja nicht jede lesen, aber zumindest die mit interessanten Betreffen“, ließ ich nicht locker.
      Alpi sah mich eine Weile genervt durch seine Brille an, doch ich hielt seinem Blick stand. „Okay, gut, dann nehmen wir uns die halt als erstes vor.“ Er klickte auf den Link.
      Eine Seite voller roter Links öffnete sich. Die meisten schienen nicht sonderlich wichtig zu sein; sie trugen meist kryptische Bezeichnungen wie „OP13_443_10“ oder „AK12_998_3“. Alpi scrollte schneller als mir lieb war und deutlich desinteressiert durch die Liste. Nach einiger Zeit wurden die Links schwarz. Schließlich stoppte er. „Willst du das wirklich durchlesen?“ „Nein, ich… Moment mal.“ „Was?“ „Guck mal.“ „Wo?“ „Ja, da!“ „Hä?“ Alpi sah mich verständnislos an. Er war sichtlich genervt. Ich wies mit meinem linken Zeigefinger auf einen Link. „Posten U“ stand dort.
      Zwanzig Minuten später griff ich adrenalinverseucht zum Telefonhörer, tippte genauso schnell wie fest die Nummer ein und hämmerte auf den grünen Hörer. Es tutete eine Weile lang, dann nahm jemand ab.
      „Ja, hier Flash. Wer da?“
      „Flash, ihr müsst unbedingt rüberkommen!“
      „Wieso denn? Wer spricht denn da überhaupt?“
      „Na, ich, Rennstachler! Komm rüber und bring deine Kumpellinen mit!“
      „Wieso? Was soll das?“
      „Wir haben einen Volltreffer gelandet!“
      „Was für einen Volltreffer?“ Flash schien allmählich gereizt.
      In diesem Moment riss mir Alpi den Hörer aus der Hand.
      „Commander gehört nicht zur Agentur!“
      Es waren keine fünf Minuten vergangen, da standen Flash, Yumi und Susano-o auf der Hausmatte. Letztere hatte noch nicht einmal einen Fuß in die Wohnung gesetzt, als sie schon eine Feuerwerksbatterie von Fragen zündete. „Stachler, stimmt das? Commander gehört nicht zur Agentur? Wie kann das denn sein? Ich dachte, der wäre Agent und sowas? Steht sonst noch was in der Mail? Wie seid ihr überhaupt da dran gekommen?“ „Suso, beruhig dich erstmal. Kommt rein, Leute.“ Ich hatte auch Piccogeta angerufen, doch der musste noch aus der Badewanne kommen; es würde also noch einen Moment dauern.
      Die Mädels folgten mir in mein Zimmer und setzten sich aufs Bett, während Alpi am Schreibtisch vor meinem Netbook hing und höchst konzentriert nachdachte. Dann drehte er sich auf dem Schreibtischstuhl um.
      „Er gehört nicht dazu.“
      „Kannst du uns die Mail einmal vorlesen?“, bat Flash. Ich überlegte derweil, ob ich meinen Freunden und mir ein paar Energydrinks holen sollte. Was sich da am Horizont der Zeit abzeichnete, sah nach einer Nachtschicht aus.
      „Natürlich kann ich das tun“, entgegnete Alpi, drehte sich wieder und las vor:
      „Alter, Hero, mach hier mal nicht so nen Wind. Du gehörst nicht zum Board, du bist sogar von den Fuzzis aus der Chefetage eingesetzt, das weiß ich. Im Moment verpfeif ich dich nicht, aber wenn du’s drauf anlegst, kann ich auch alleine weitermachen. – MfG, Pandorra.“
      „Das heißt“, interpretierte ich anschließend, „dass Commander von der Spindash-Regierung eingesetzt wurde, die Agentur zu infiltrieren. Die Agentur wusste davon nicht und setzte ihn wiederum ein, die Regierung zu infiltrieren. Niemand außer Pandorra wusste davon.“ „Und damit kann sie ihn unter Druck setzen“, murmelte Flash verblüfft. Es fühlte sich an, als würde jemand eine Origamifigur wieder auseinanderfalten. Je mehr das Blatt geöffnet wurde, desto mehr kam die Wahrheit zum Vorschein – und desto beeindruckter wurde man. „Ganz genau“, stimmte Alpi zu. „Aber woher weiß Pandorra, dass Commander ein Doppelagent ist?“, hakte Susano-o überlegend nach. „Das kann doch nur sein, wenn sie irgendeinen Informanten dort hat, oder?“ „Das wissen wir nicht“, gab Alpi zur Antwort. „Leider. Es kann natürlich sein, dass die Informationen ihr von einem Dritten übermittelt wurden. Aber es kann genauso gut sein, dass sie selber das erfahren hat. Sie übte eine Zeit lang das Amt der Moderatorin aus.“ „Wobei das ein Weilchen vor uns war“, gab ich zu bedenken. „Meine Güte, ne“, stöhnte Suso und stand vom Bett auf, um sich die Beine etwas zu vertreten. „Warum muss das so verdammt kompliziert sein? Kann nicht irgendwer mal endlich sagen, was Sache ist? Dieses ganze Theater und Versteckspiel geht mir mittlerweile mächtig auf den Keks.“ „Stimmt“, pflichtete ihr Yumi bei. Dann hielt sie einen Moment inne. „Sagt mal, Leute, ich finde, wir sollten Commander zur Rede stellen. Das ist ziemlich heißes Zeug, was wir hier gerade in den Händen haben.“ In genau dem Moment, als wäre es ein schlechter Kriminalfilm, klingelte es an der Haustür. „Das wird wohl Picco sein“, bemerkte ich und sprang auf. Es schellte noch einmal, ungeduldiger. Und noch einmal. Mein Gott, wollte der die Bude abreißen?!
      Ich staunte nicht schlecht, als ich die Tür geöffnet hatte und diese mir den Blick auf unseren werten Freund preisgab: Picco war in einen Bademantel gehüllt. Allein das war angesichts der doch eher, vorsichtig formuliert, frischen oktoberlichen Nachttemperaturen Anlass zur Verwirrung, noch viel mehr Anlass dazu boten jedoch die erdigen Klötze von Stiefeln, die Piccos‘ Füße zierten. „Ich hoffe, ich bin nicht allzu spät?“, fragte er. Angesichts seiner Garderobe war ich im ersten Moment außerstande, ihm eine vernünftige Antwort zu geben und stammelte nur ein „Ja, ja, passt schon“ in mich hinein. „Sorry, ich hab auf die Schnelle nichts Schickeres gefunden“, entschuldigte er sich. „Ich weiß, Bademäntel sind zurzeit nicht so in Mode.“ Ich schwieg kurz und beschloss dann, mein leichtes Entsetzen beiseitezuschieben. „Komm‘ mit.“
      Wir waren noch nicht ganz in meinem Zimmer angekommen, als bereits die Diskussion an unsere Ohren drang. „Heute Abend bringt das nichts mehr, Leute. Lasst uns morgen dahin fahren“, forderte Yumi mit einer recht unaufgeregten, konstruktiven Stimme. „Quatsch“, lehnte Alpi barsch ab. „Commander muss uns jetzt Rede und Antwort stehen. Was da gerade rausgekommen ist, verschlägt mir fast die Sprache.“ „Dafür bist du aber noch gut dabei“, schaltete ich mich wieder ein. Piccogeta begrüßte die Runde freundlich. „Guten Abend zusammen!“ „An diesem Abend gibt es nicht viel Gutes“, erwiderte Susano-o leer aus dem Fenster starrend. „Hat Stachler es dir schon mitgeteilt?“ „Dass Commander nicht für die Agentur arbeitet?“ „Also weißt du es schon?“ „Ja, aber auch nicht mehr. Stachler klang ziemlich aufgedreht am Telefon, da habe ich nicht mehr verstehen können.“ „Dann guck am besten mal hier“, hing ich mich direkt an seinen Satz dran und schob meinen Freund zum Laptop. Piccogeta überflog die Mail kurz, blickte dann in die Runde. „Was hat denn Pandorra damit zu tun?“ „Sie hat ihn erpresst, soviel ist schon einmal sicher“, antwortete Flash fast schon beiläufig. „Wir müssen jetzt ausloten, wie sie an die Info drangekommen ist.“ „Und wir müssen vor allem klären, welche Rolle Commander eigentlich in diesem Theater spielt“, ergänzte Yumi. „Theaterstück“ war eine auf eine seltsame Art und Weise passende Umschreibung, fand ich. Es gab einen Plan und eine Menge Leute, die offensichtlich eine doppelbödige Rolle spielten, in Commanders Fall sogar dreifach. Und was waren wir? Zuschauer? Nein, wir waren Akteure. Aber wir litten mit den Zuschauern mit. Unsere Rollen waren die der Unwissenden. Bis jetzt.
      „Also, ich finde, wir sollten den werten Herrn Commander gleich mal ein paar Fragen stellen“, postulierte Picco, doch in dem eigentlich freundlichen Tonfall schwing eine unangenehme Spur von Entschlossenheit mit. „Finde ich auch“, stimmte Alpi zu und nickte. Yumi schüttelte verständnislos den Kopf. „Nein, Leute, das ist der falsche Augenblick. Was bringt euch das heute Abend noch? Ihr könntet dann doch sowieso nichts mehr machen.“ „Ihr schadet euch nur selber damit“, stimmte Susano-o ein. „Also, ich persönlich denke schon, dass wir jetzt mal etwas unbequem werden dürfen und auch sollten. Commander hat in der letzten Zeit sein früher weißes Kleid ziemlich dreckig gemacht“, meinte Flash. Susano-o setzte sich wieder neben Flash. „Ich bin ja auch dafür, dass wir ihn befragen sollten. Aber Yumi hat Recht, wir sind alle groggy. Das macht heute Abend keinen Sinn mehr.“ „Gleich ist es schon Mitternacht“, warf ich ein. Vielleicht hätte ich es lassen sollen. Denn nun wurde mir eine unangenehm große Aufmerksamkeit zuteil. „Stachler?“, wand sich Alpi an mich mit einer schier engelsunschuldigen Stimme. „Ja?“ „Deine Meinung?“ Mist. Für einen kurzen Moment zögerte ich, doch es führte kein Weg dran vorbei. „Leute, ich vertrete dieselbe Auffassung wie Yumi und Suso. Heute Abend hat das keinen Zweck.“ Alpi sah mich an, die Enttäuschung suppte aus seinem vorwurfsvollen Blick geradezu heraus. „Stachler, wir müssen dem Rätsel auf den Grund gehen!“ „Aber nicht heute Abend.“ „Wann denn sonst? Wir müssen schnell handeln.“ „Nein, es gibt keine akute Bedrohung. Commander sitzt hinter Gittern, und wenn ihr meint, dass es gut tut, sich ihm nicht mehr die ganze Zeit bedingungslos zu unterwerfen, dann lasst ihn doch heute Abend unabhängig von seiner Schuld in der Zelle schmoren.“ Plötzlich herrschte totale Stille. „Das war ein Rennstachler“, kommentierte Piccogeta schließlich entwaffnet.
      Wir einigten uns dann noch darauf, morgen gegen 9 Uhr auf dem Revier vorbeizuschauen. Als alle gegangen waren, saß ich allein mit Alpi auf meinem Bett. „Du, Stachler“, wand er sich an mich, wieder mit scheinbar unschuldiger Stimme. „Wieso hast du eigentlich darauf gepocht, diesen einen Abend zu warten?“ Ich sah ihn leicht verwundert an. Warum fragte der noch? „Ich kenn‘ dich, Stachler. Das hat einen tieferen Grund.“ Alpi würdigte mich keines Blickes und schaute weiter auf das Browserfenster. Er klang geradezu teilnahmslos. Ich kratzte mich etwas verlegen am Kopf. „Zum einen wegen der Uhrzeit, aber da ist tatsächlich noch was.“ Dann beförderte ich die SD-Karte aus meiner Hosentasche und legte sie neben Alpis linken Arm. „Das hier nämlich.“
      Alpi nahm die Karte und betrachtete sie. „Wo hast du die her?“ „Sie lag bei der Grafikkartenverpackung in Natsus Zimmer, in der wir die Dokumente aufbewahrt haben. Sie ist mir zufällig entgegengefallen, vielleicht enthält sie ja etwas Nützliches?“ „Das könnte sogar sein“, antwortete Alpi mit zurückgehaltener Neugier und steckte die Karte ein.
      Das Betriebssystem meldete sich und zeigte nach einem Mausklick den Inhalt der Karte an. Fünf Videodateien, alle nicht länger als viereinhalb Minuten. „Schauen wir mal rein“, schlug ich vor und da Alpi derselben Meinung war, öffnete er die erste Datei.
      Das erste Video war eine ziemlich unspektakuläre Angelegenheit. Ziemlich verwackelt zeigte nur den Weg um den Spindash-See an einem Sommermorgen. Natsu laberte dabei irgendwas, der genaue geistige Dünnpfiff blieb uns allerdings dank einer grottigen Tonspur weitestgehend erspart. Auch folgenden Videos waren nicht besonders interessant. Mal hatte Natsu einen hauseigenen DominoDay veranstaltet, dann ein „Let’s Play“ von Sonic Unleashed (er filmte vom Fernseher ab) und zu guter Letzt machte er mit ein paar Trinkgläsern Musik.
      „Ich glaube, Stachler, die Karte bringt’s nicht“, konstatierte Alpi resignierend. „Warte mal. Das fünfte Video ist kürzer als die Anderen“, wand ich ein und öffnete es, während Alpi ein „Gottseidank“ stöhnte. Und dieses entpuppte sich tatsächlich als interessant.
      Man sah Natsu. „Sooo, heute werde ich mal den Hero ärgern, der regt sich nämlich immer ganz genau dann auf, wenn man eins macht. Passt auf…“ Verschwörerisch grinsend drehte er die Hand, sodass die Kamera alles filmte, was vor Natsu passierte. Dann trat er in das Zimmer ein, Commander war gerade am PC beschäftigt. „Hi, Hero“, machte Natsu. „Was willst du?“ Natsu steuerte unbeirrt auf ein schwarzes Regal mit einer Shadow-Statue zu. „Die darf ich mir doch mal ausleihen, oder?“
      Urplötzlich explodierte Commander, als bestünde er aus zehn Tonnen Schwarzpulver. „Wehe, du fasst die an!“, keifte er und schoss blitzschnell von links ins Bild. „Hau ab! Raus aus meinem Zimmer, Ronaldo!“. In den letzten Sekunden sah man dann wieder Natsu, der inzwischen wieder auf dem Flur stand und sich vor unterdrücktem Lachen kaum halten konnte.
      Alpi und ich sahen uns an. Zwei Minuten. Mindestens. Gefühlt.
      „Du denkst nicht zufällig dasselbe, oder?“, sprachen wir dann gleichzeitig. „War die Statue unter den konfiszierten Sachen?“, erkundigte ich mich. Alpi nickte. „Jab, die war dabei. Ich hab sie genau gesehen.“ Er legte eine Pause ein. „Und nun?“ „Tja. Das ist ziemlich interessant zu wissen“, stellte ich zufrieden fest. „Am besten sollten wir morgen mal gucken, ob wir die Statue kriegen. Vielleicht kann die uns ja weiterhelfen.“ Meine Zustimmung fand Alpis Vorschlag zwar, aber keiner von uns beiden wollte noch einmal unsere Freunde aus dem Bett klingeln. Daher beschlossen wir, die Sache tatsächlich für den Tag ruhen zu lassen.
      Es war eine unruhige Nacht gewesen. Auch wenn mir keine Alpträume den Schlaf vermiest hatten – wie es etwa bei Flash und Susano-o der Fall gewesen war -, fühlte ich mich nicht ganz wohl in meiner Haut, als wir uns dem Vernehmungsraum näherten. Nachdem wir ihm die versprochenen Dokumente gebracht und ihn unseren Befund des gestrigen Abends geschildert hatten, war er sofort bereit, ein Gespräch zwischen uns und Commander zu veranlassen. Und obwohl das eigentlich genau das war, was wir uns gewünscht hatten, bekam ich, und wahrscheinlich nicht nur ich, mit jedem Schritt ein mehr und mehr flaues Gefühl im Bauch. Es würde, das war uns allen klar, kein angenehmes Gespräch werden. Weder für unsere, noch für Commanders Seite. Und so sehnte sich ein Teil von mir insgeheim einen niemals endenden Gang herbei, während der andere Teil einfach nur aufgeregt war. Weder negativ noch positiv. Irgendwie glich sich das nämlich aus. Negativ war der Vertrauensverlust, der die Beziehungen aller zu Commander erschüttert hatten; positiv dagegen, dass dieses Gespräch nun endlich einen Lichtblick in dem ganzen konfusen Nebel aus Geheimdiensten, Rollen und Schnitzeljagden versprach.
      Doch dann standen wir da. Vor uns stand eine Tür, nicht breit, nicht schmal, nicht groß, nicht klein. Neben der Tür stand auf einem Schild „Vernehmungsraum C“. Wie konnte sich hinter so einer gewöhnlichen Tür so ein gewichtiges Gespräch verstecken. Nexi machte eine Handbewegung und Piccogeta, der ganz vorne stand, drückte die Klinke herunter.
      Vor uns entfaltete sich ein minimalistisch eingerichteter Raum: Ein Tisch, vier Stühle. Der Rest musste mit der Fensterbank vorlieb nehmen. Keine Bilder an den grauen Wänden, keine Pflanzen, nur ein weißer PVC-Boden. Durch eine Fensterfront an der rechten Seite fiel helles, sonniges Tageslicht ein; und dennoch war es in dem Raum irgendwie nicht richtig hell. Für einen kurzen Moment erwog ich, das Licht einzuschalten, doch ich ließ es schließlich bleiben. Ich traute mich irgendwie nicht. Mitten in dem ganz in grau und weiß gehaltenen Raum saß Commander, von zwei Polizisten hinten links und rechts an der grauen Wand stehend bewacht. Er trug seine verschwitzten Sachen von gestern und wirkte ungeduldig. Als er uns den Raum betreten sah, atmete er zufrieden auf. „Hallo, Leute.“ Wir alle wussten nicht recht, wie wir auf die Begrüßung antworten sollten. „Morgen“, grüßte Yumi schließlich als einzige zurück. „Also, Commander, diese Herrschaften würden sich gerne mit dir unterhalten“, leitete Nexi das Gespräch in geschäftsmäßigem Tonfall ein und wies mit einer Hand auf uns. Wir hatten uns zufälligerweise zu einem Halbkreis zusammengestellt; die Breite des Raumes ließ das zu. Dann wand sich Nexi zu uns: „Zwei von euch können sich auch hier zu mir setzen.“ Alpi und ich brauchten noch nicht einmal Worte zu wechseln, dann saßen wir neben dem Verbrechensaufklärer. Wie fängt man nun so ein Gespräch bloß vernünftig an? Ich hatte den Eindruck, als ob aller Augen auf mich gerichtet waren. Die von Alpi, von Nexi, von Commander. Nur weil ich gut mit Worten umgehen kann. Doch der Fluss war furztrocken.
      „Commander, wir haben erfahren, dass du… nicht ganz ehrlich zu uns warst.“ Immerhin ein Anfang. „Was soll ich denn gemacht haben?“ Commander schien ziemlich ruhig. Ich gab Alpi per kurzem Nicken ein Zeichen, dann fuhr ich fort: „Wir möchten sehr gerne, dass du uns erzählst, auf wessen Seite du wirklich stehst. Diese E-Mail, finden wir, passt nicht zu den bisherigen Schilderungen.“ Alpi hatte die Foren-E-Mail glücklicherweise gestern Abend noch ausgedruckt und sie Commander nun so diskret über den Tisch geschoben, als wären wir Drogendealer, Glücksspieler oder noch was. Mir war jetzt wirklich unbehaglich zumute, doch ich gab mir alle Mühe, nach außen hin cool und gefasst zu wirken. Commander beachtete mich und alle anderen jedoch gar nicht, sondern nahm nur das Blatt Papier. Er hielt es ganz vorsichtig, als wäre es jahrhundertealtes Pergament. Ich sah, wie seine Augen über den Text huschten. Und auch, wie sie es erneut und erneut taten.
      Wir hatten ihn.
      „Also?“ Alpis Tonfall schnitt durch die angespannte Atmosphäre wie ein Schweizer Taschenmesser. Mit einem Mal ließ Commander das Papier fallen und er blickte jeden einzelnen im Raum mit Ausnahme der beiden Wachen an. Dann schaute er aus dem Fenster. Er räusperte sich. „Ich… Nun… Ich weiß nicht, wie ihr darangekommen seid. Aber wenn ihr so etwas bereits in den Händen liegen habt, ist es vermutlich ausgeschlossen, dass ich euch weiterhin Lügen aufbürden kann.“ „Ich würde es dir empfehlen, ehrlich zu sein“, merkte Nexi ziemlich unprofessionell an. Commander atmete tief durch und dann begann er zu erzählen:
      „Was in der Mail steht, stimmt. Ich war ein einfacher Mitarbeiter der Spindash-Regierung, nichts Großes. Ich sehnte mich nach größerem Erfolg, nach Macht. Dann bekam ich einen Posten als verdeckter Ermittler angeboten. Bei der Agentur. Dort sah ich meine Chance und nahm sie wahr, wurde dort also eingeschleust und arbeitete mich hoch. Niemand wusste davon und so wurde ich durch die Agentur in die Spindash-Regierung reingetrickst, sodass ich den Posten als Redakteur und Moderator bekam. Bis auf Pandorra wusste keiner davon. Sie hatte kombiniert, saß früher im Spindash-Rat und hat dem Plan zugestimmt, nach dem ich eingesetzt werde. Inzwischen arbeitet sie für die Agentur, aber sie befolgt eigene Regeln. Oder einfach ausgedrückt: Sie arbeitet gern in die eigene Tasche. Die Agentur ist ja die Untergrundorganisation schlechthin, was heißt, dass sie… sagen wir mal, eine nicht wirklich rechtschaffenes Leben in der letzten Zeit geführt hat. Dadurch, dass wir in der Agentur zusammenarbeiteten, hatte ich Zugriff auf vielleicht nicht sämtliche, aber auf jeden Fall Vergehen, die sie getan hat. So besaß ich ein probates Gegenmittel, wodurch unsere gegenseitigen Erpressungen in einer Pattsituation endeten.
      Als der Fall mit den Dokumenten oder Blättern vor zwei Jahren aufkam, erhielt ich von der Spindash-Regierung den Auftrag, die Dokumente sicherzustellen, also suchte ich nach Mr. U. Ich bekam…“ „Entschuldigung für die Unterbrechung, aber wieso musstest du nach Mr. U suchen?“, fiel Piccogeta dazwischen. Er hatte sich inzwischen an die graue Wand gegenüber dem Befragten gelehnt. Commander hatte zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder aufgeblickt und sah ihn nun direkt durch seine Brillengläser an. „Das… ist eine längere Geschichte.“ „Erzähl‘ sie uns bitte“, bat ich höflich. „Nun, bekanntermaßen ist Master der Stadtgründer Spindash-Citys. Das Geld für dieses riesige Grundstück ist aber nicht von Sponsoren gekommen, wie das immer behauptet wird. Sondern von Master selbst. Er war damals Praktikant bei Sega und kam dort irgendwie an die Dokumente. Was genau sie beinhalten, weiß keiner, aber es sind gewaltige, wichtige Geheimnisse, die, so vermutet man, fatal für die komplette Serie wären. Weil er davon träumte, einen Ort für alle deutschsprachigen Sonic-Fans zu gründen, erschuf er einen Alias, nämlich ‚Mr. U‘. Er hatte Fälschungen der Dokumente erstellt, bei denen er die wichtigsten Sachen weggelassen oder verändert hatte. Diese Fälschungen verkaufte er als Mr. U an zwielichtige Händler im Internet und konnte von dem gewaltigen Erlös Spindash-City gründen.
      Mr. U lebte auch danach noch eine Zeit lang weiter und gründete die Agentur, die damals eher den Zweck hatte, Spindash-City zu verteidigen. Schließlich jedoch, als die normalen Aufgaben zu groß wurden, ließ er die Dokumente wie auch die Rolle des Mr. U dort und wand sich jenen administrativen Aufgaben zu.
      Inzwischen jedoch hat sich die Natur der Agentur ziemlich gewandelt, bis plötzlich jemand anderes die Rolle des Mr. U missbrauchte. Dieses Mal ging es jedoch darum, die echten Dokumente zu verkaufen, eine Transaktion, die beinahe gelungen wäre – hätte sich Yue Han nicht geweigert. Er war als Außenstehender für den Transport engagiert, doch ich informierte ihn zuvor über die Auswirkungen – wie gesagt, ich sitze ja relativ weit oben in beiden Hierarchien. In meinem Falle hat mir Master sogar persönlich den Auftrag gegeben, den neuen ‚Mr. U‘ zu finden und dingfest zu machen. Ziel der Transaktion war es nämlich, dass der neue ‚Mr. U‘, dessen Namen ich leider nicht weiß, weil ich eben nicht in der dafür notwendigen Position bin, durch den Verkauf der echten Dokumente wiederum Spindash-City aufkaufen könnte. Da Yue Han gekniffen hatte, sollte Sichi die Sache übernehmen, doch der wollte erst einmal euch sechse aus dem Weg schaffen. Weil weder Yue noch Sichi noch seine Kollegin Marik wissen, wo sich die Dokumente befinden, müssen sich diese folglich bei Mr. U befinden. Den habe ich gesucht, um die Dokumente zu beschaffen.“ Er legte eine Kunstpause ein. „Und ich kann euch helfen, um ihn zu finden.“
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    • Heute gibt es leider kein neues Kapitel. Ich hab's nicht geschafft, Nummer 32 fertig zu konzipieren und zu tippen, wenngleich ich ungefähr weiß, wie es weitergehen soll.
      Vielleicht schaffe ich es in den nächsten zwei Wochen. Sorry.
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    • Sorry, aber heute gibt's nochmal nichts Neues hier.
      Ich habe an dem Konzept fürs neue Kapitel getüftelt und das steht auch soweit, allerdings bin ich heute nicht mehr zum Schreiben gekommen. Ich hoffe, dass ich das morgen nachholen und die Story dann hier posten kann.
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    • Tut mir leid, ich muss nochmal den Joker ziehen. Um ehrlich zu sein, habe ich in den vergangenen vier Wochen so viel zu tun gehabt, dass ich nicht mehr ans Schreiben des Kapitels gedacht habe (auch wegen Schulstresses). Jetzt lichtet sich das Chaos - da werde ich sicherlich die Zeit zum Tippen finden.
      Ernsthaft, auch wenn es lang dauert, werde ich aber auf jeden Fall diesen Krimi zum Ende bringen. Die Story ist so weit, dass ein Abbruch viel zu viel Mühe annullieren würde. Daher: Keine Sorge, es wird kommen. Aber es dauert noch.
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    • Nichts Neues, leider auch heute. Sorry. Das Problem ist, dass sich die Story immer mehr dem Ende nähert und ich, wie bereits einmal gesagt, alle offenen Storystränge schließen muss - was bei einer fast vier Jahre alten Geschichte, deren Hintergründe nur zum Teil dokumentiert sind, Einarbeitung erfordert. Im Moment habe ich Ferien, aber auch einen völlig verschobenen Biorhythmus, was meiner Konzentrationsfähigkeit nicht unbedingt zuträglich ist. Das kriege ich jetzt aber wieder unter Kontrolle, daher hoffe ich, euch bald das neue Kapitel präsentieren zu können.
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    • Mach dir keinen Stress wegen der Veröffentlichung deines neuen Kapitels. Auch ich habe nicht alle Kapitel gelesen und der Hype ist eh nicht mehr so groß um deine Geschichte, weil hier viele leute einfach inaktiv wurden. Dennoch finde ich es erstaunlich das du dich so sehr bemühst um deine Geschichte :thumb: Mach dir keinen Stress man und veröffentliche nur dann was wenn du kannst ;)
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    • Das ist das Problem wenn man sich feste Termine setzt. Die Fans werden nur enttäuscht sein, wenn es dann doch net erscheint. Ich meine das passiert nun schon zum vierten mal.

      Nun gut, viele wenn nicht die meisten sind eh inaktiv, von daher kann keiner mit Fackeln und Heugabeln vor deiner Tür stehen.
      Lass die festen Termine und schreibe bzw uploade wenn du Zeit hast. Ist besser als wenn se noch nen Monat warten und wieder nix kommt.


      Do you enjoy hurting other people?
    • @DrEdwardRichtofen: Erstmal danke für das Kompliment. Und ja, der Hype ist inzwischen längst abgeflaut; ich schätze, weniger als 10% der erwähnten Figuren tatsächlich seit einem Jahr oder länger hier inaktiv sind. Trotzdem hat die Geschichte eben einen gewissen ideellen Wert. Deswegen lasse ich sie auch nicht einfach vergammeln. :)

      @Peacekeeper: Ich habe mich bislang damit immer schwergetan, aber ich stimme dir zu. Ich hätte diese Jeden-14.-kommt-ein-Post-Tradition gerne fortgesetzt, aber angesichts der Inaktivität scheint es mir tatsächlich sinnvoller, die Kapitel rauszubringen, wenn sie fertig sind.
      Mal schauen, wann das Projekt fertig wird. :O
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    • @Fangirl333: Danke sehr; es freut mich echt, dass es noch ein paar Leute gibt, die hier mal vorbeischauen, obwohl hier so wenig los ist. Mit dem neuen Kapitel wird das mal wieder etwas länger dauern (ich hab's auch heute nicht parat), aber zu Ende bringen werde ich die Story garantiert. :)

      @Ines: Lass es mich so sagen - die Geschichte ist fast beendet. Ich versuche jetzt nur noch, die einzelnen Storyfäden zu einem kuscheligen Pullover, also einem logischen Ende, zusammenzuweben. Ich gehe davon aus, dass ich dafür noch zwei bis drei Kapitel brauchen werde. Dementsprechend wäre es sehr schwierig, noch neue Figuren zu integrieren.
      Daher leider nein. :/
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    • Vier Jahre Spindash-Krimi! Und Kapitel 32.

      Vor mehr als vier Jahren habe ich die Idee zu einem Spindash-Krimi gehabt. Dieser ist immer noch nicht ganz fertig, aber biegt mit diesem Kapitel auf die Zielgerade ein. Vor vier Jahren habe ich eine Geschichte begonnen, deren Verlauf ich nie auch nur erahnt hätte. Ich möchte mich deswegen bei allen, die den Krimi regelmäßig gelesen und mir Inspiration gegeben haben, bedanken. :)

      Ich hätte allerdings auch nicht gedacht, vier Jahre später noch das Jubiläum aktiv zu begehen. Das heutige Kapitel ist zwar eher kurz, aber es bildet auch den Auftakt zum Finale. Ich habe mir Notizen gemacht und bin gespannt, ob das Ende alle zufriedenstellt. ^^

      Ich wünsche euch nun viel Spaß mit Kapitel 32! Diese Geschichte ist nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Die Weitergabe ist verboten.

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      Kapitel 32
      In die zum Zerreißen angespannte Luft mischte sich mit einem Mal eine LKW-Ladung Erstaunen hinein. "Du bist bereit, uns zu helfen?", vergewisserte ich mich. Ich konnte es selber kaum fassen. Commander nickte. Schweigen. Ich spürte, wie sich Piccogeta, Susano-o und Yumi gegenseitig erleichterte Blicke zuwarfen. Jetzt wurde alles gut. Nur Alpi schien - mal wieder, aber dieses Mal auch als einziger von uns - dem Braten respektive Commander nicht zu trauen. "Wieso willst du das?", fragte er. Den Argwohn in seinem Tonfall hätte selbst ein Taubstummer gehört. "Meine Aufgabe ist es, die Dokumente zu finden und sicherzustellen. Ich hätte das gerne alleine gemacht - aber ich fürchte, es ist an der Zeit, dass der Idealismus dem Pragmatismus weicht." "Keine Angst, Commander, wir helfen dir da schon raus", hörte ich Yumi lächelnd sagen. In mir machte sich ein leiser Zweifel breit, ob sie Commanders Äußerung überhaupt verstanden hatte.

      Alpi übernahm wieder: "Und wie würdest du uns helfen? Du befindest dich in Haft zurzeit." "Richtig, und da liegt der Deal", entgegnete der Angesprochene mit einem kaum bemerkbaren Nicken. "Ich kann euch Zugang zu allen meinen Untersuchungen geben - wenn ihr mich aus der U-Haft holt." Ein Paukenschlag. Das also war die Bedingung, nach der Alpi gefahndet hatte. Sichtlich zufrieden lehnte genau dieser sich neben mir zurück. Sein Blick, den man höchstens mit selbstsicher und ironisch amüsiert annähern könnte, verriet mir: "Jetzt wird's erst mal lustig." Diese Augenaussage war allerdings auch mit der stillschweigenden Aufforderung an mich gekoppelt, das Ruder im Sprachfluss zu ergreifen und zu verhandeln. Nur war das nicht mein Zuständigkeitsbereich, sondern der Nexis. Besagter Kommissar hatte während der gesamten bisherigen Gesprächsposition schweigend neben Alpi gesessen und in einer überaus ungelenken und alles andere als bequem aussehenden Position verharrt. Er schien zu bemerken, dass aller Augen auf ihn gerichtet waren.
      Doch er schwieg.

      Schließlich wurde der Druck jedoch zu groß und er richtete sich auf seinem Stuhl auf. "Nun, das klingt in der Tat interessant, aber wir haben ein Verfahren gegen dich laufen. Wegen Beihilfe zur Flucht von Sichi und Marik." Über Commanders Gesicht huschte ein Zucken. "Kommissar Nexi, ich denke, wir haben wichtigere Dinge aufzuklären als so etwas. Das Wohl unseres Staates steht auf dem Spiel." Sein Ton war genauso ruhig wie vorhin. Rhetorisch stand Commander wie eine Eins. Nexi haderte, und man sah es ihm an. "Ich wäre dafür, dass wir uns zur Beratung zurückziehen", meldete sich plötzlich eine ganz andere Stimme zu Wort. Flash.

      Ruckartig drehte ich mich um, ich spürte beinahe meine Nackenwirbel knacken. Wieso schlug sie das vor? Commander hatte vielleicht genau den Tipp auf Lager, dem wir so dringend brauchten.
      Doch dann lichtete sich der Nebel und die Antwort auf meine nonverbal formulierte Frage lag vor meinem inneren Auge: Sie wollte aus Commanders Aura raus. Mit kühlem Kopf und klarem Verstand die Lage sondieren. Wir konnten nicht mehr damit rechnen, dass er unser supernetter Kumpel war. Er war Nexis Frage ausgewichen, genau wie er nun juristischen Konsequenzen auszuweichen versuchte. Ich drehte mich wieder um. "Kommissar Nexi, gibt es hier irgendwo einen Besprechungsraum?" Nexi schaute auf. "Ja, gleich hier nebenan, hinter uns." Er war sichtlich erleichtert.

      "Also, wir halten fest...", begann ich unsere Gedankengänge zusammenzufassen, während ich mit einem quietschenden blauen Marker die letzten Buchstaben ans Whiteboard krakelte. „Commander wurde in die Agentur reingeschleust und stieg dort immer weiter im Vertrauen auf, bis er sogar als Agent wieder in den Staat zurückgeschleust wurde.“ „Genau, und Pandorra wusste das, weil sie für den Plan, jemanden der Agentur unterzujubeln, gestimmt hatte. Sie saß damals im Spindash-Rat, verließ den dann aber und ging zur Agentur“, fuhr Piccogeta fort. Alpi ergänzte: "Allerdings arbeitet sie nur offiziell für die Agentur. In Wirklichkeit kümmert sie sich inzwischen nur um sich selbst.“ Nun war Susano-o dran. „Und beide konnten sich nicht verpetzen, weil Pandorra Commander bei der Agentur auffliegen lassen konnte und Commander im Gegenzug Pandorras Straftaten kannte.“ „Also Patt“, schlussfolgerte Picco knapp. "Soviel dazu", stimmte ich den anderen zu. Sie hatten sich in dem ebenfalls minimalistisch eingerichteten Raum auf die grauen Tische an der Wand gegenüber den Fenstern hingesetzt. Plötzlich war Alpi etwas Überrraschendes ein: "Ich glaube, Pandorra geht es gar nicht darum, die Blätter zu finden. Ich glaube, sie will eher Commander im Weg stehen. Ihn scheitern lassen." Flash schaute ihn unüberzeugt an. "Wieso sollte sie das tun?" "Sie agiert zu sporadisch. Hier ein Angriff, da mal eine Attacke - sie geht viel zu unorganisiert vor." "Du weißt nicht, wie viel sie weiß", gab ich zu bedenken. "Vielleicht versucht sie uns ja nur aufzuhalten."

      "'Wissen' ist ein gutes Stichwort. Dieser Konflikt und unsere Untersuchungen, das ist ja alles gut und schön, nur was haben wir damit zu tun?", erkundigte sich Picco. "Wir wollen die Blätter finden, derentwegen Yue Han vor zwei Jahren entführt worden ist. Es gibt genügend Anlässe zur Vermutung, dass Mr. U die Blätter besitzt. Folglich müssen wir Mr. U finden", erklärte ich, meine Erklärung in Symbolen an das Whiteboard zeichnend. "Was hat Commander jetzt eigentlich gesagt?", überlegte Flash laut, dann gab sie sich zumindest teilweise selber die Antwort: "An die Blätter ist Master als Praktikant gekommen, hat den Alias Mr. U erfunden und Fälschungen der Kopien verkauft, um mit dem Geld Spindash-City zu gründen." "Genau, und jetzt hat jemand die Rolle des Mr. U übernommen und versucht, die echten Dokumente loszuwerden", fuhr Yumi knapp fort. "Jaja, das ist schon klar. Die Frage ist nur, wie wir an die Identität von Mr. U kommen", bemerkte Alpi ungeduldig. "Nicht so drängeln, Alpi. Oder hast du eine Idee?", mahnte ich. Ich wollte, so sehr sich diese Besprechungen auch häuften, vermeiden, dass wir etwas übersahen. Der Fall, in den wir heineingeschlittert waren, war dermaßen kompliziert, unübersichtlich und verzwickt, dass vermutlich das kleinste Puzzleteil zur Auflösung führte. "Hast du denn schon eine Idee parat, Stachler?", erkundigte sich mein Freund spitz. Ich schüttelte bedauernd den Kopf: "Ich muss zugeben, leider nein." "Vielleicht fällt uns ja was ein, wenn wir nochmal in die Papiere sehen, die wir mitgebracht haben?", schlug Flash vor. Und weil uns kein besserer Gedanke kam, probierten wir es eben mit ihrer Idee.
      Leider vergebens.

      Etwa eine Stunde lang hockten wir in Kommissar Nexis Bürokabine, dicht an dicht über den weißen, dünnen Schriftstücken gedrängt, und blätterten darin, als wären es dürretrockene Kodizes aus dem tiefsten Mittelalter, die nur einmal erhalten waren, hochbrisante Informationen enthielten und auch nur bei der winzigsten Berührung zu Asche zerfielen, ihre kostbare Information ins Dunkel der Geschichte mitreißend. Ein Collegeblock, anfangs noch üppig bestückt, sah nachher aus wie ein gerupftes Huhn, seine karierten Seiten waren mit blauen Kugelschreiberkritzeleien bemalt, hastig beschrieben (und dann genauso hastig wieder durchgestrichen) und endeten in den meisten Fällen im zusammengeknüllten Zustand. Die restlichen Seiten flogen (im wahrsten Sinne des Wortes) durch die Luft. Es sah aus, als hätte in Nexis Büro eine ausgiebige, wilde Schneeballschlacht stattgefunden, nur dass die Schneebälle immer noch erkennbar waren.

      Und mittendrin standen sieben Jugendliche und diskutierten sich die Köpfe heiß. "Das passt nicht, das passt einfach nicht", brachte Flash das Ergebnis der Besprechung auf den kümmerlichen Punkt. "Wir brauchen Commander. Mit unseren Infos kommen wir nicht zu denen." "Und was, wenn die zu uns kommen?", quatschte Yumi ohne Plan los. Als die Blicke der Gruppe heißer wurden, begriff sie den Nonsens ihres Satzes und versuchte schnell noch, sich zu retten: "Ich meine, äh, wie wäre es denn, wenn wir sie zu uns bringen? Also so erzwungenermaßen? Mit einer Falle?" "Eine Falle?", fragte Piccogeta begeistert. "Klasse Idee!" "Das stimmt, das könnte uns weiterhelfen. Nur wie sollten wir das anstellen?", bremste uns Alpi sofort wieder ab. Als wären wir Brennstäbe im Atomkraftwerk und er der Steuerstab, der die Reaktion kontrollierte. "Ich denke, es ist an der Zeit, Commander hinzuzuholen. Vielleicht hat er ja dafür notwendiges Wissen parat", ordnete ich hübsch im Vorschlagsmäntelchen verpackt an. Nexi nickte und verließ ohne zusätzlichen Kommentar den Raum, was gegenläufige Kommentare wirksam unterband.

      Als der Kommissar kurz darauf in Begleitung zurückkehrte, entdeckte ich etwas flaches Schwarzes unter Commanders linken Arm. Ein Laptop. "Gut, dass ihr euch für eine Kooperation entschieden habt", begrüßte er uns. Seinem Pokerface gelang es zwar, das Grinsen zu maskieren, doch in seiner Stimme meinte ich eine Nuance von Genugtuung heraushören zu können. Oder war das doch nur Einbildung? "Ich sehe, du hast einen Laptop dabei?", überging ich seine Äußerung plump. "Ja, sehr richtig", antwortete Commander geradezu wichtigtuerisch. Ließ er jetzt gleich eine Bombe platzen? Also natürlich nur eine metaphorische. Er stellte das schwarze, recht dicke Gerät auf Nexis Schreibtisch. Ich erkannte erst jetzt, dass ein weißer Aufkleber mit einer 17 die Rückseite des Bildschirms zierte. Commander startete das Notebook und meldete sich sich an. Zum Vorschein kam ein im XP-Design eingerichteter Windows-7-Desktop, der mehrere Ordner und Spieleverknüpfungen beherbergte. Ein paar paar blaue Schleifen leuchteten hinter schlichter Schwärze als Desktophintergrund. Commander doppelklickte auf eine der Verknüpfungen, doch anstelle des Spiels öffnete sich nach kurzer Ladezeit eine beachtliche Datenbankanwendung. Während sich das Programm aufbaute, warf er einen Blick auf unsere Dokumente, die wir Nexi mitgebracht hatten. Er las aufmerksam, dann nickte er langsam, so als wollte er nonverbal mitteilen: "Interessant, was ihr da habt."

      Schließlich aber ließ er von den Papieren ab, denn das Programm stand bereit wie eine geöffnete Schatzkammer. "Also", sagte er tausenddeutig. "Wo fange ich an..." Er ließ es fast wie eine Zeremonie wirken, wie wir dicht gedrängt in Nexis verwüstetem Büro vor seinem Laptop hingen.

      Doch das wusste Yumi effektvoll zu verhindern. "Du, Commander, wir haben schon eine ungefähre Idee. Weißt du irgendwas, mit dem wir Mr. U eine Falle stellen können?" Commander stutzte, der Vorschlag schien ihn völlig unerwartet getroffen zu haben. "Ja - und genau das habe ich vor."
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    • Fünf Jahre Spindash! Und ein kleines Kapitel 33.

      Es ist nun ein halbes Jahrzehnt vergangen, seitdem ich mich auf Spindash angemeldet habe. Fünf Jahre. Das ist eine erschreckend und erstaunlich lange Zeit; und daher wollte ich dieses Jubiläum nicht vergehen lassen, ohne mich nicht zumindest mit einem (dieses Mal wirklich) kurzen Kapitel zu Wort zu melden (das nächste wird selbstverständlich wieder länger, keine Bange). Das Finale nimmt nun immer weiter Formen an. Ich wünsche euch viel Spaß damit. :)

      Diese Geschichte ist nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Die Weitergabe ist verboten.

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      Kapitel 33

      „Was schwebt dir denn als Falle vor? Womit können wir Mr. U denn ködern?“, forschte Alpi bei Commander sofort nach, während ich selber erst einmal überrascht war, dass er den gleichen Gedanken gehabt hatte wie wir. „Nun, ich habe eine Adresse in Erfahrung bringen können, über die wir uns als Kurierdienst bei Mr. U melden können.“ Bumm. Treffer.

      Wir alle tauschten untereinander beeindruckte Blicke aus. „Du hast – was?“, vergewisserte sich Alpi beeindruckt. Commander schien das kollektive Aufschnappen, das zwischen schierer Freude und der totalen Überforderung, diese Information auch nur annähernd zu verarbeiten, taumelte, Sekunde für Sekunde auskosten zu wollen. „Du hast richtig gehört. Es war nicht gerade einfach – schließlich hat er ja kein E-Mail-Postfach dafür. Aber seit drei Wochen besitze ich sie. Es war nicht gerade einfach, bei den Leuten in der Schlüsselposition so weit in der Gunst aufzusteigen.“ Ein Teil von mir wollte Commander in diesem Moment einfach nur um den Hals fallen, vor Freude darüber, dass er uns nun mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit auf die Erfolgsspur gebracht hatte. Wer hatte sich nochmal dagegen gewehrt, unseren alten Kumpanen wieder ins Boot zu holen? Völlig unbegreiflich. Der andere Teil von mir bemühte sich zur gleichen Zeit darum, diesem Drang eben nicht nachzukommen und auf dem Teppich zu bleiben. Denn das, was sich hier gerade vor uns auftat, war gewissermaßen der finale Boss. Der Tanz auf dem Vulkan robbte sich langsam, aber bedenklich schnell bedenklich nahe an die heiße Lava heran. Jetzt wurde es wirklich ernst. „Und – du hast also nun vor, dich dort zu melden, dann borgst du dir vom Spindash-Rat mal eben etwas Kohle und dann führen wir die Übergabe durch?“, versuchte ich seinen Plan vorauszusagen. Commander blieb gelassen. „Ungefähr, ja. Ich hatte eher daran gedacht, Mr. U bei der Übergabe festzunehmen. Aber ich entnehme deinem Tonfall einen gewissen Argwohn?“ „Na, ja, was du vorhast, klingt erst einmal ziemlich gut, aber woher nimmst du die Sicherheit, dass die uns das mit dem Kurierdienst abkaufen? Und wie sollen wir überhaupt die Summe herausfinden, die wir übergeben sollen?“ Wenn ich es so recht bedachte, tauchten immer weiter Fragen auf. „Stachler, was bleibt uns denn anderes übrig als diese Adresse?“, meldete sich Susano-o durchaus etwas verzweifelt. „Das hier ist eine super Chance.“ „Du hast Recht“, lenkte ich darauf etwas niedergeschlagen ein; dass dies eine knappe, aber auch so ziemlich unsere einzige Chance darstellte, war mir bereits kurz nach meinen Fragen aufgefallen. Commander nickte. „Und außerdem, werter Stachler, wollte ich mir ohnehin erst eure Unterlagen“- er deutete auf unseren Papierstapel – „zu Gemüte führen, bevor ich zur Tat schreite. Ich darf?“ Er griff einfach zu, seine Frage war sowieso nicht wie eine Frage gestellt, auf die man eine Antwort erwartete, sondern wie eine, die man nur aus Höflichkeit stellte. Die Show beherrschte er immer noch.
      „Da steht allerdings nicht drin, wie hoch die vereinbarte Summe ist“, warf Flash mit hoher Stimme ein, als wollte sie unbedingt vermeiden, dass das Gespräch nun endete. „Dafür steht aber drin, wer möglicherweise hinter dem Pseudonym ‚Mr. U‘ stecken könnte.“ Dieser Hinweis bewirkte Erstaunliches bei Commander. Er, der zuvor etwas enttäuscht über den oberen Rand der zusammengetackerten Seiten geschaut hatte, zerfetzte die Dokumente nun fast, so euphorisch durchsuchte er sie. Schließlich hielt er abrupt inne. Offenbar hatte er die Namen der Verdächtigen gefunden. Gebannt starrte er sie an, dann sah er sehr zufrieden in die Runde. „Das ist sehr interessant. Das sind auch meine Verdächtigen.“

      „Mehr nicht?“, fragte Piccogeta ernüchert. Er hatte sich scheinbar genau wie ich mehr von Commanders Suchaktion erhofft. „Nein, auf den ersten Blick nicht“, bemerkte dieser und legte die Dokumente direkt neben seinem Laptop ab, als wären sie doch etwas Besonderes. „Aber das war ja auch nur ein flüchtiger Blick meinerseits.“ Er legte eine kurze Kunstpause ein, dann setzte er erneut an: „Also, zu der finanziellen Frage: Den genauen Preis habe ich leider nicht klären können, aber wir könnten von 10 Millionen Ringen ausgehen. Etwas Anderes bleibt uns meines Erachtens nicht übrig.“ „Und woher sollen wir so viel Geld nehmen?“, fragte Kommissar Nexi, der erstaunlich wenig präsent war. „Fragen Sie mal Ihre Vorgesetzten aus dem Spindash-Rat“, grinste Commander süffisant. Nexi lächelte unbeholfen. „Ich fürchte, dass die das auch nicht mal eben so lockermachen…“ „Es geht hier um die Existenz dieser Stadt und daran ist dem Rat sehr wohl gelegen. Wenn Sie sagen, worum es geht, wird dieser Rat sicherlich kaum eine Minute zögern, uns das Geld zu leihen. Und letztlich bekommen wir es ja ohnehin wieder zurück, denn wir brauchen es ja nur, um Mr. U aus der Reserve zu locken.“ Das schien ausreichend überzeugend für Kommissar Nexi zu sein. „Aber ich bezweifle, dass wir damit wirklich Mr. U erwischen“, bemerkte Alpi pessimistisch. Flash schüttelte den Kopf: „Ich halte das sogar für sehr wahrscheinlich, dass wir damit Mr. U erwischen. Schließlich ist das seine Transaktion, wem sollte er die anvertrauen?“ „Alpi, du vergisst das Prestige dieser Aktion“, kam Commander Flash zur Unterstützung dazu. „Allein deswegen schon wird er sich das Vergnügen nicht nehmen lassen.“ Nun schüttelte Alpi den Kopf. „Quatsch, wenn ihr mich fragt. Aber gut, ich fürchte, wir haben tatsächlich keine andere Wahl.“ „Dann ist es also beschlossene Sache?“, fragte Commander ungewöhnlich laut und siegessicher in die Runde. „Ich denke schon“, sagte ich lächelnd. Er hatte mich mit seiner Zuversicht angesteckt.

      „Sehr gut, sehr gut“, nickte Commander zufrieden, dann drehte er sich zu seinem Laptop und begann zu klicken und zu tippen. „Und wann geht es los?“, erkundigte sich Piccogeta unruhig. Commander antwortete ohne aufzusehen. „Rechnet mal mit heute Abend.“
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    • Vor mehr als fünf Jahren habe ich die Idee zu einem Spindash-Krimi gehabt. Das ist jetzt also ein halbes Jahrzehnt und es ist beängstigend und beeindruckend zugleich, zu wissen, dass es bereits so lange her ist. Seither hat sich vieles verändert, aber es ist mir nach wie vor wichtig, die Geschichte vernünfig abzuschließen, wie ich (glaube ich) schonmal gesagt habe. Ich danke jedenfalls allen, die auf welche Weise auch immer ihre Fußspuren in diesem Mammutprojekt hinterlassen haben und wünsche nun viel Spaß mit dem nächsten Kapitel. ^^

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      Kapitel 34

      „Rechnet mal mit heute Abend.“ Wow, was ein Satz. Das klang nach Abenteuer. Commander hatte so entschlossen damit geklungen, und auch, wenn man mir den Ausdruck zugestehen mag, badass. Doch sein entschlossener Ausdruck im Gesicht wich allmählich einem nachdenklichen, grüblerischen und schließlich skeptischem Ausdruck; sein Tippen, anfangs noch energisch und aufschlagskräftig, verlor sein Selbstbewusstsein wie eine Kugel, die einen Berg hochrollt und dadurch immer langsamer wird. Immer häufiger löschte Commander einzelne Zeichen, dann wieder einen Satz, oder auch zwei. Er hielt inne, sah etwa so aus, als würde er beten, sein Blick dabei streng auf den Bildschirm geheftet. „Der sieht so aus, als würde er die Zeichen beschwören, einen glaubhaften Text zu ergeben“, flüsterte Alpi mir ins Ohr. Ich konnte nicht sagen, dass er das ohne eine gewisse Genugtuung getan hatte – jene Genugtuung, als Kritiker Recht zu behalten. Ich konnte aber auch nicht sagen, dass Commander gerade den Eindruck erweckte, vollständig hinter seinem Vorhaben zu stehen. „Können wir dir helfen?“, fragte ich Commander ansehend. Commander zögerte. „Also… ich muss zugeben, dass Alpi nicht ganz unrecht mit seiner Kritik hat. Eine E-Mail, in der nichts steht außer ‚Wir können uns heute Abend treffen‘ ist suspekt, da könnte und wird Mr. U auch Lunte riechen. Bei allem anderen aber fehlen uns die Details. Das Geschäft mit den Papieren ist ja möglicherweise bereits zustandegekommen; Mr. U muss die Ware jetzt ausliefern und ihm fehlt dazu bislang der Fahrer, weil er jemanden braucht, der vertrauenswürdig ist. Jemand ohne jegliche Referenzen wird ihm da wohl nicht genügen.“ „Ich bezweifle, dass es dann auf den Schreiblevel ankommt. Mit dieser praktisch nicht existenten Faktenlage kann man nichts hinbiegen“, bemerkte ich enttäuscht. Die kleine helle Vorfreude, endlich Mr. U die Maske abzunehmen, schlug jetzt gerade ziemlich frustriert auf den Magen ein – und wer konnte es ihr verübeln?

      „Heißt, wir brauchen mehr Informationen“, zog Flash die Schlussfolgerung, den metaphorischen Blick nach vorn gerichtet. „Hast du sonst noch irgendwas, vielleicht in deinen Unterlagen, was wir nutzen könnten?“ „Zur eigentlichen Transaktion habe ich nichts…“, räumte Commander ein und hob entschuldigend seine Hände. „Hm“, machte ich nachdenklich und kam zu Commander um den Tisch herumgelaufen. Ich hatte es gerne, wenn ich etwas Konkretes vor mir liegen hatte, auf das ich gucken konnte, während ich grübelte. Es fühlte sich irgendwie besser an. Und in diesem Fall war das, worauf ich guckte, das E-Mail-Programm auf Commanders Laptop, oder noch konkreter: Der Text im Fenster. Und die Adresse, an die die E-Mail gerichtet war. „‘e0981337@ jtsdmail.web‘ – ah, ja, den Provider kennt ja jeder“, kommentierte ich mit gewisser Ironie.
      Commander wollte gerade sich zu mir drehen und etwas erwidern, als plötzlich aus der fernsten Ecke des Raumes zu hören war: „Zumindest wir.“ Commander als auch ich drehten uns zeitgleich in die Richtung, aus der diese Bemerkung gekommen war.
      Es war Nexi gewesen.

      „‘jtsdmail.web‘ scheint ein sehr beliebter Provider im Untergrund zu sein. Blueprint hat sich bis vor kurzem darum gekümmert.“ Wäre diese Szene ein Comic gewesen, hätte nun jedem einzelne andere im Raum eine Denkblase mit einem fettgedruckten „Und?“ geschwebt, so greifbar war das Aufhorchen im Raum. „Er war bis vor kurzem in einer Workgroup tätig, die versucht hat, Zugriff auf den Dienst zu bekommen. Mit Erfolg, wenn auch geringem.“
      „Und wie hilft uns das weiter?“, wollte Susano-o wissen. „Jetzt spann‘ uns doch nicht so sehr auf die Folter!“

      Nexi bemühte sich, zum Punkt zu kommen: „Der Server wurde schon etwas länger nicht mehr gewartet und es gibt eine kleine Sicherheitslücke, die wir nutzen können, um ein Postfach fremdzusteuern. Allerdings geht das nur, wenn der Server sein stündliches Backup macht, denn unser Programm hängt quasi diese Routine für einen kurzen Augenblick auf und kann dann eine kleine Anweisung ausführen, also zum Beispiel eine einzige E-Mail weiterleiten oder alle Adressen aus dem Postfach. Wir können uns also nicht unbegrenzt Zugriff verschaffen. Und…“ „Oh, Gott, noch was?“, warf Susano-o mit mehr und mehr zugefrorenem Lächeln dazwischen, doch Nexi sprach weiter. „Und von dem ‚Hicks‘ kriegt der Serverbetreiber was mit und der Besitzer des Kontos auch, denn eine Weiterleitung einer Mail taucht in seinem Postausgang auf, sofern wir sie nicht löschen. Aber dafür braucht es einen neuen Aufruf eine Stunde später.“ „Mit anderen Worten: Setzen wir das ein, kriegt Mr. U es raus“, konstatierte ich leicht resignierend. „Ja, wahrscheinlich“, räumte Nexi ein. „Aber hey, immerhin etwas“, versuchte Piccogeta die peinliche, ratlose Stille, die sich seit dem Ende von Nexis Äußerungen im Raum ausgebreitet hatte wie ein Ölteppich, zu durchbrechen. Doch es blieb bei diesem Lebenszeichen. Nachdem jeder einzelne von uns eine gefühlte Stunde den Boden oder das Fenster inspiziert hatte, wandte sich Alpi endlich an Commander und fragte spitz: „Was meinst du?“

      Und Commander hatte wieder Feuer in den Augen. „Nach dem, was mir zu der Adresse vorliegt, ist ein Versuch das Risiko wert.“ Und wir alle waren ihm dankbar, dass er uns diese Entscheidung abgenommen hatte, wenngleich sie keinem von uns nicht Bauchschmerzen bereitete.


      Danach war alles schnell gegangen. Nexi hatte Blueprint kontaktiert, ihm die Lage erklärt – und der hatte erst einmal uns ein paar Bauchschmerzen weggenommen: „Wir können schon etwas mehr Code ausführen. Nur wenn wir eine gewisse Laufzeit überschreiten, bricht der Server die Routine ab und startet sie neu, dann wird nicht alles von unseren Anweisungen ausgeführt.“

      Zunächst hatte Commander vorgeschlagen, den E-Mail-Verkehr nach „payment“ zu durchsuchen; dies würde uns direkt wertvolle Daten liefern. Das Problem daran war nur, dass dies unter Umständen – wir wussten ja nicht, wie viele E-Mails dort gespeichert waren – zu lange dauern würde. Im schlimmsten Fall würde dann eine E-Mail an uns weitergeleitet werden, ohne dass der verräterische Eintrag im Postausgang von Mr. U getilgt würde.
      Darum setzte sich eine andere Methode durch, die von Flash kam: Alle Betreffs aller E-Mails sollten zusammen mit ihren Sendedaten zurückgeschickt werden. Wir könnten dann gucken, welche Mail infrage käme und diese dann eine Stunde später uns zuschicken lassen. Gefährlich wegen der Stunde und des Eintrags im Postausgang, aber kein Blindflug.

      Blueprint hatte das Programm entsprechend konfiguriert. Wie bei Silvester hockten wir nun in seinem Büro und zählten auf 0 herunter – obwohl, „wie bei einem Raketenstart“ passt glaube ich besser. Denn das da war gewissermaßen eine Operation, nur in den Tiefen des Internets statt den Tiefen des Weltraums. „… fünf, vier, drei, zwei, eins, Start…“

      Gespanntes Schweigen vor einem fast ganz schwarzen Konsolenfenster.

      Dann die Erfolgsmeldung in DOS-Schrift: „Datenpaket empfangen, dekodiere…“

      Susano-o hatte mit einem leeren Postfach gerechnet, ich instinktiv irgendwie auch. Andererseits hatte ich gleichermaßen ein übervolles Postfach erwartet. Die Realität sah allerdings erfreulich anders aus.

      „10 Einträge gefunden.“ Und allesamt ein einziger Mailverkehr mit dem Titel „Solaris“, sechs davon 2011, dann zwei 2012 und zwei 2013. „Orgh. Bitte keine Referenz an Sonic ‘06“, verzog Piccogeta angewidert das Gesicht. „Aber sonst keine Probleme, ja?“, fragte Flash etwas bissig. Sie schien innerlich gerade zu triumphieren, ihre Miene sprach das aus, was sie wohl nicht sagen wollte. „Blueprint, können wir sämtliche Mails an eine eigene, natürlich getarnte, Adresse weiterleiten?“ „10 sind kein Problem, solange sie nicht zu extrem lang sind, aber da mache ich mir weniger Sorgen“, entgegnete Blueprint.

      Und so mussten wir uns also eine Stunde gedulden. Es ist erstaunlich, wie lange eine Stunde dauern kann, wenn man sie partout nicht nötig hat. Schließlich landeten wir auf YouTube und schauten dort mehrere Sonic-Parodien an. „Eigentlich“, dachte ich mir in einem kurzen Moment, als Yumi dran war, den nächsten Clip auszusuchen, „ist es ziemlich pervers, dass wir gerade dabei sind, endlich dem Phantom schlechthin auf die Schliche zu kommen und dazu auf YouTube alberne Videos gucken.“ Aber egal.

      Dann, kurz vor 17 Uhr, wiederholte sich, was schon vor einer Stunde einmal gelaufen war. Blueprint hatte flott das Programm neu konfiguriert, nun sollte es uns also diesen Mailverkehr mit „Solaris“ zurückschicken. „Ich glaub, ich hab ein Déjà-vu“, witzelte Piccogeta bemüht, aber das lockerte die Stimmung nicht wirklich auf. Wenn das jetzt klappte – und damit war das Löschen unserer Spuren ausdrücklich mit eingeschlossen -, würden wir bestenfalls einen Schritt, genauer gesagt eine Fahrt und eine Handschelle, von Mr. U entfernt sein. Schlimmstenfalls würde es uns trotzdem irgendeinen Anhaltspunkt liefern.
      Wenn es denn funktionieren würde.

      Der Countdown war bereits in dem stickigen Büro verhallt (was bei schwarzem Teppichboden nun nicht wirklich ein Wunder darstellte) und mehrere Sekunden schon verstrichen, ohne dass sich in dem Kommandozeilenfenster etwas regte. Langsam schlich sich wieder Nervosität ein, ein kleines, leuchtend pulsierendes Gefühl in der Magengegend.
      Als ich gerade meinen Mund öffnen wollte, um meiner Unruhe Ausdruck zu verleihen, zerschoss mich mein Gefühl wie ein Blitz.

      „Fehler 78: Timeout“
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rennstachler () aus folgendem Grund: Darstellung war irgendwie eigenartig, hoffe, es ist jetzt gefixt.

    • 5 Jahre also schon, hmm?

      Das ist ne verdammt lange Zeit, viele der Leute die darin vorkommen treiben sich schon gar nicht mehr hier herum und dennoch arbeitest du noch immer mehr oder weniger fleißig daran. Respekt, muss ich sagen.
      Auch wenn ich net immer nett zu dir und deinem Krimi war, muss ich das einfach mal sagen. Hast meinen vollsten Respekt, was das anbetrifft.

      Das Kapitel lässt sich gut und flüssig lesen, auch wenn ich net all zu sehr drin bin, was abgeht. Aber du solltest nicht wieder ohne nen Kommentar da stehen.


      Do you enjoy hurting other people?
    • @Sichi: Und du hast meinen vollen Respekt für dieses Kompliment. Danke sehr, hat mich sehr gefreut! ^^

      Ich bin ja selbst kaum noch aktiv hier, aber dieses Projekt hat immer noch Stellenwert für mich, weil es meine längste (und am längsten im Schreibprozess stehende) Geschichte ist. Wenn ich jetzt also so kurz vor dem Abschluss stehe, möchte ich die Geschichte nun auch zu Ende bringen.

      In diesem Sinne:
      Vor mehr als sechs Jahren habe ich die Idee zu einem Spindash-Krimi gehabt. Das Kapitel, das ich deshalb heute posten wollte, habe ich leider nicht rechtzeitig fertigstellen können, aber da mir der Tag ein persönliches Anliegen ist, möchte ich zumindest eine kleine Vorschau posten. Dadurch kann das fertige Kapitel 35 auch endlich wieder länger werden, was bei den jüngeren Ausgaben ja nicht der Fall war.

      Viel Spaß mit der Vorschau jedenfalls. :)

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      Kapitel 35 (Vorschau)

      Mein Herz hatte, glaube ich, einen Moment lang ausgesetzt. Als ob mich ein Blitz durchfahren hätte, stand ich da, meinen Blick auf den Monitor gerichtet. „Sch****“, fluchte Susano-o leise, aber mit viel Frustration in der fast tonlosen Stimme. Ich fühlte mich auf frischer Tat ertappt – schließlich hatten wir im Allerheiligsten, einem Postfach von Mr. U persönlich (!) geschnüffelt, und jetzt lagen die Spuren da und konnten erst nächste Stunde wieder gelöscht werden. Natürlich sprang da sofort das Kopfkino an. Wenn Mr. U jetzt, innerhalb der nächsten Stunde (also bis 18 Uhr), sich anmelden und auf den Postausgang klicken sollte, würde er sehen, dass die E-Mails in seinem Postfach weitergeleitet wurden. So hatte ich das zumindest verstanden. Piccogeta regte sich gerade noch etwas wortreicher auf, während Commander der erste war, der sich wieder gefasst hatte: „Und jetzt? Was heißt das, Blueprint?“ „Das heißt,“ – Blueprint wog seine Worte mit Bedacht, ohne vom Bildschirm abzusehen – „dass das Skript vorzeitig unterbrochen wurde. Laufzeitüberschreitung.“ Er beugte sich vor und öffnete einen neuen Browser-Tab, immer noch ohne Blicke in die Runde zu werfen, die sich halbkreisförmig um den Schreibtisch versammelt hatte. „Wir müssen mal gucken, wo das Skript stehen geblieben ist. Ich geh‘ mal davon aus, dass wenigstens ein paar Mails übertragen wurden…“ „Dann sind die Einträge im Postausgang aber nicht gelöscht, richtig?“, fragte Alpi nach, was Blueprint nur mit einem gesummten „M-hm“ bestätigte. Dabei navigierte er bereits zielstrebig zu unserem Postfach, wohin das Tracingskript die Mails mit dem zumindest für Sonic-Fans sprechenden Namen „Solaris“ verschickt hatte.
      Es schienen alle da zu sein. Augenbrauenhochziehen im Kollektiv.
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