Angepinnt Spiele gerade...

    • Fire Emblem: Echoes


      Bin gerade mittendrin im taktischen Gemetzel und genieße das Spiel wirklich sehr stark gerade. Alles an dem Titel wirkt einfach gerade so...kurzweilig und unkompliziert, besonders im Vergleich zum letzten Haupt-Ableger der Reihe. Fates hatte tolles Gameplay, aber für mich wirkte es einfach in gewisser Hinsicht überladen. In Echoes hingegen geht die Reihe im Grunde zurück zu den Wurzeln - was wohl Sinn macht, handelt es sich ja schließlich um ein NES-Remake - und ich finde diese vergleichsweise simplen Mechaniken des Spieles gerade ungemein motivierend und kurzweilig.

      Man läuft quasi im Schnelldurchgang von einer Schlacht zur Nächsten, vermöbelt dort ein paar Fieslinge mit taktisch gut durchdachten Manövern und schon geht es weiter zum nächsten Schauplatz, möglicherweise mit ein paar Storyschnipsel dazwischen. Kein kompliziertes Heirats-System in welchem ich mir ständig Gedanken machen muss wen ich mit wem verkupple, keine Hubwelt mit zahlreichen Ablenkungen, einfach nur Old School Fire Emblem-Action. Ist für mich ne angenehme Abwechslung und auch wenn manche Fans der Reihe vermutlich die etwas mangelnde Tiefe des Kampfsystems zurecht kritisieren könnten, gibt es doch schließlich nicht mal das klassische Waffendreieck, fällt dieser Punkt für mich nicht wirklich gravierend aus. Der große taktische Aspekt der Schlachten und das große Augenmerk auf Positionierung der einzelnen Figuren bleibt ja schließlich dennoch nach wie vor bestehen.

      Fates hat mich nach einigen Stunden Spielzeit bereits ausgebrannt und ich habe noch keine der drei Storylines durch - in Echoes hingegen sehe ich mich sicher definitiv nicht so schnell aufhören. Hilft wohl auch, dass die Story samt den Charakteren sehr unterhaltsam ausfällt - besonders das englische Voiceacting ist bis dato wirklich ausgezeichnet. Ich spiele das Spiel auf "Normal" und bin gerade mittendrin im zweiten Kapiel - bin leider bis dato noch nicht wirklich hart geprüft worden und ein wenig bereue ich es, dass ich nicht sofort auf "Hart" eingestiegen bin, aus Furcht wie damals bei meinem ersten Awakening-Run gehörig auf die Schnauze zu fallen. Aber wer weiß, vielleicht hält mein Spaß mit dem Titel so lange an, dass ich nen zweiten Durchgang mit härterem Schwierigkeitsgrad bald mal im Anschluss wagen werde.

      Für langjährige Fans der Reihe, die besonders die GBA-Titel mochten, kann ich definitiv ne Kaufempfehlung aussprechen. Wer lieber die Tiefe eines Awakening oder Fates bevorzugt und eventuell von der vergleichsweise simplen Machart eines Echoes enttäuscht werden könnte, sollte vielleicht vorher nochmal abwägen - der Unterschied zu den zwei neuesten Ablegern ist letztendlich definitiv signifikant.
    • Beyond Good and Evil (in der HD-Version) habe ich zum zweiten Mal gespielt, mein erster Playthrough war da auch schon eine Weile her. Das Spiel ist und bleibt ein sehr unterhaltsamer und vor allem extrem liebevoll produzierter Genremix. Von der Charakterzeichnung könnten sich so einige Spiele eine Scheibe abschneiden. Grafisch merkt man dem Spiel sein Alter zwar an, der Stil und das Design bleiben aber erhalten. Auch der Soundtrack ist gelungen, allerdings etwas repetitiv, was wohl daran liegt, dass in der HD-Version wohl einige Tracks fehlen. Das Gameplay ist wohl am ehesten als "Jack of all Trades, Master of None" zu beschreiben. Die Variation ist gegeben und keiner der Spielstile ist schlecht designt oder problematisch zu steuern. Allerdings besitzt logischerweise wiederum keiner der Stile die Tiefe, die er in einem Spiel hätte, das allein auf ihn konzipiert ist: Sowohl das Kampfsystem als auch die RPG-Elemente sowie der Collectathon-Aspekt sind alle in den jeweiligen Vorzeigespielen der Genres besser gelöst. Was Beyond Good and Evil ausmacht, ist die nahtlose Verbindung des Ganzen.
      Als weiterer besonders starker Faktor steht hier die enge Bindung zur Spielwelt mit etlichen Hintergrunddetails und optionalen Konversationen. Allerdings nimmt hier zusammen mit der Story auch der Unterhaltungswert im zweiten Durchlauf ab: Die Faszination und Überraschung, die dieses Spiel zu bieten hat kommt nur beim erstmaligen Spielen vollkommen zur Geltung. Wer das Spiel also noch nicht kennt, dem kann ich nur empfehlen, es mal auszuprobieren.

      Ein weiterer Kommentar nebenbei: Die Entscheidung, gut die Hälfte des Spielcontents (inklusive ganzer Level) optional zu machen, halte ich in einem Spiel dieser Art für ziemlich gewagt, das würde heutzutage glaube ich nicht so einfach durchgehen.

      Anschließend habe ich mich Shadow of the Colossus zugewandt.
      Hier haben mich die Vorschusslorbeeren vielleicht zu sehr vorab beeinflusst. An Ico kommt das Spiel meiner Meinung nach leider nicht heran. Natürlich können die Spiele aufgrund des unterschiedlichen Aufbaus nicht 1:1 verglichen werden, allerdings ist der Entwickler ja trotzdem derselbe und das Genre ebenso, auch wenn die Umsetzung sehr unterschiedlich ist.
      Prinzipiell hat Shadow of the Colossus erst einmal grafisch und von der Steuerung her alle positiven Aspekte von Ico geerbt. Die Grafik zeigt sich hierbei einerseits verbessert (es liegt ja auch einige Zeit zwischen den Spielen), andererseits ist sie aufgrund der zigmal so großen Spielumgebung nicht ganz so detailverliebt. Hier zeigt sich auch schon mein erstes Problem: Die Spielwelt von SotC ist zwar riesig, aber nicht unbedingt die spannendste, wenn man sich erstmal an den bombastischen Eindruck gewöhnt hat. Zu Anfang gibt es noch ein paar sehr interessante Orte, wie die Arena des dritten Colossus, später flacht dieses Design aber meiner Meinung nach ab.
      Dabei sind auf die gesamte Map relativ unscheinbare Collectibles verteilt, deren Sinn sich mir nicht so wirklich erschließt. Da sie ausschließlich Leben und Ausdauer erhöhen, gleichzeitig das Spiel aber auch ohne sie gut machbar ist, wirken sie eher fehl am Platze, und das gesamte Land nach ihnen abzusuchen ist alles andere als spannend.
      Die Implementation des Pferds Agro zu Durchquerung der Landschaft ist gelungen, aber aufgrund der fehlenden Herausforderung sind die Reisepassagen nur grafisch/atmosphärisch beeindruckend. Wie bereits gesagt kann sich dies nicht über alle 16 Kolosse halten.
      Nun soll das ganze Drumherum ja auch nur Beiwerk zur Hauptattraktion sein, den Colossi. Ich bin persönlich ein großer Fan von Spielen, in denen Bosse eine große Rolle spielen, gerade da es gar nicht einfach ist, einen guten Boss zu designen. Monster Hunter und die Souls-Reihe würden mir spontan als Titel einfallen, die ebenfalls mit gigantischen, fantastischen Biestern aufwarten können. Bei SotC haben wir nun die einheitlich gestalteten Fellgiganten mit alten Ruinen als Rüstung. Der erste Colossus führt gut in die Spielmechaniken ein und es ist einfach beeindruckend, auf den Boss zu klettern, um ihn dann zu erledigen. Dies ist in der Form sicher selten so umgesetzt worden. Der zweite Koloss führt einen dann in die berittenen Kämpfe ein, während der dritte Koloss die erste härtere Nuss ist. Mit dem Verlauf des Spiels sank meine Begeisterung dann aber schon, auch wenn mir die einzelnen Colossi trotz allem Spaß gemacht haben. Dies hat vor allem zwei Gründe: Erstens: Fast alle Kämpfe laufen nach dem gleichen Schema ab: Einen Weg finden, auf den Koloss zu klettern und zumeist den Kopf ordentlich malträtieren. Zudem sind manche Colossi anderen etwas zu ähnlich (Wasserschlange und Luftschlange, vier ähnliche humanoide Colossi, die zwei kleinen mit der gleichen Schwachstelle etc.).
      Zweitens: Nur wenige Bosse stellen überhaupt im Ansatz eine Gefahr für den Spieler dar. Es ist schade, dass eine Kombination von Puzzle- und Actionboss (wie bspw. der Koloss im Turm, auch wenn der auch nicht perfekt ist) nicht stärker in den Mittelpunkt gestellt wurde und einen stattdessen häufig sehr passive oder einseitige Gegner erwarten (z.B. der vorletzte Koloss oder der Pferdekoloss). Eine recht treffende Einschätzung, die ich gelesen habe ist, dass ein beliebiger Koloss für einen entweder ziemlich einfach oder frustierend schwierig (wenn man partout die Schwachstelle nicht finden kann) sein kann. Das Erledigen der Kolosse hat mich aus diesem Grund größtenteils durch die Szenerie und das Geschehen beeindruckt, weniger durch mein Zutun im Gameplay. Ein Spiel wie Ico, wo aktives Gameplay eher Nebensache ist wird davon eher wenig negativ beeinflusst, ein Boss Rush als Spiel meiner Meinung nach schon.
      Interessant hingegen ist die Story. Diese tritt (noch) weniger als in Ico in Erscheinung, was aufgrund der Struktur des Spiels aber auch Sinn macht. Das Ending ist ziemlich fantastisch inszeniert und die einzelnen Figuren lassen viel Raum für Interpretation.
      SotC ist definitiv ein ganz besonderes Spiel, was ich definitiv nicht bereue gespielt zu haben. Einen Meilenstein stellt es aber für mich nicht dar, das liegt aber vielleicht auch an meinen Genrepräferenzen.


      Did that sting? Saw-ry!
    • Prey

      Gestern durchgespielt und insgesamt sehr begeistert. Das Leveldesign ist herausragend und belohnt zusammen mit den Skillmöglichkeiten sehr stark Kreativität und das Verfolgen eines eigenen Spielstils. Erkunden wird großgeschrieben, wobei es an vielen Stellen mehrere Herangehensweisen zur Erkundung gibt. Der Stil ist sensationell gut, so in Richtung Bioshock meets Palast der Republik im Weltraum, mit einem konsequenten Fokus auf rot und gold (und ziemlich heftigen hellgrau- und tiefschwarz-Kontrasten), ähnlich wie Deus Ex: Human Revolution mit gelb und Sepiatönen gearbeitet hat. Es sieht absolut fantastisch aus und läuft auch auf meinem gerade-so-Mittelklasse-PC hervorragend. Das hat alles schon mal gereicht, um mich für gut 30 Stunden an den PC zu fesseln, und ich glaube, wenn ich Ende des Jahres, oder sonstwann, nen neuen PC habe, gönne ich mir noch nen zweiten Durchgang. :D

      Als Schwachstellen könnte man nennen, dass die Kämpfe ein bischen Standardware sind. Mich persönlich hat auch das Ende nicht ganz überzeugt, sodass ich nur eine 9,75/10 geben kann. :D Dringende Kaufempfehlung gibts aber trotzdem. Aktuell im Steam-Sale für 34% billiger.

      "What can change the nature of a man?"




      Ravel, Planescape: Torment

    • Persona 5




      Mein erstes Persona Game btw.


      Bin mit dem Game gestern in der Früh, um 3:30 fertig geworden, und bin echt begeistert worden, und finde es jetzt echt schade und bin etwas traurig, dass das Abenteuer mit den "Phantom Thieves" fertig ist.

      Persona 5 ist eines der besten J-RPGs die ich jemals gespielt habe, gleich neben NieR:Automata. Das Spiel ist sehr unterhaltsam, und die starke Storyline, welches mit der Zeit richtig gut und interessant wurde, bekräftigt meine Aussage weiters. Anfangs war die Geschichte noch recht locker, wurde aber dann spannender und spannender je länger ich das Spiel gespielt habe. Denn mit der besonderen Fähigkeit, "Herzen zu stehlen" kommen dann natürlich auch große Verantwortungen. (lol)

      Der Protagonist (Kann vom Spieler beliebig benannt werden, im Manga von P5 ist aber sein Name als "Akira Kurusu" bekannt) ist ein junger Teenager, der nach Tokyo für ein ganzes Jahr ausgewiesen worden ist, aufgrund eines Vorfalls in seiner Heimatstadt, und er eigentlich nichts weiteres machen wollte als zu helfen: Er sah halt, wie eine junge Frau von einem Mann sexuell belästigt worden ist. Voller Tatendrang stellt er den Mann zur Rede, wurde aber dann von diesem Mann letztendlich angezeigt und angeklagt. Am Ende fällt alles auf seine Schultern, bekommt die Sache auf seinem Strafregister und musste eben nach Tokyo. Neue Schule, neues Leben, neues Glück...?

      Dort beginnt dann seine Laufbahn als "Phantom Thief", bekommt dann im weiteren Verlauf die Möglichkeit, die "Metaverse" und deren Dungeons (welches von den bösen Erwachsenen entspringen) zu erreichen, um so eben die Herzen von den bösen, korrupten Erwachsenen zu stehlen, damit am Ende alles gut wird. So mal kurz zusammengefasst :)

      Persona 5 ist ein RPG, und dessen Kampfsystem ist rundenbasiert. Das Kampfsystem ist sehr gut ausgefallen, einfach zu verstehen und macht spaß. Buff, Debuff, Attack, Statuswerte, Typus, Kraftpunkte, SP für Special Attacks, Criticals und und und, alles da. Und es funktioniert echt gut.

      Neben den rundenbasierten Kämpfen in den Dungeons des Spiels, kann man außerhalb der Dungeons eben auch die Beziehungen zu den engeren Kontakten/Freunden des Protagonisten in Tokyo aufbauen und verstärken, ein weiterer der Hauptaugenmerk der Persona Reihe. Je besser die Beziehung mit seinen Freunden, umso besser dann der Outcome in der "Metaverse": Mehr Möglichkeiten im Kampf und Erkundung. So yeah, somit ist Persona 5 auch Teilweise ein "Social Simulator". Also dann, choose your "best girl" to make her your "Waifu".
      Das Spiel ist mit seinen rund 100 Spielstunden ein Hammer.

      Soundtechnisch alles bestens. Englische Sprachausgabe oder Japanische, wie man eben möchte. Keine Deutsche Sprachausgabe oder Untertitel. Der Soundtrack ist jazzy angehaucht, und ist fantastisch. OST wird bestellt ASAP! :D

      Grafisch ist das Spiel sauber, in-game mit einem tollen Cel-Shading Look, einen extrem, super stylischen Artstyle das mir richtig richtig gut gefallen hat, und eine gute Portion an Anime Sequenzen.


      Gemeinsam mit NieR:Automata habe ich seit Februar schon laaange nicht mehr so oft und ausgiebig gezockt. Und mit beiden Titel habe ich sehr viel spaß gehabt, Fans von japanischen RPGs dürften heuer mit Persona 5 und NieR:Automata echt gut bedient worden sein. Es war fantastisch, und kann mich nur schwer entscheiden, welches von den zwei mir am besten gefällt. :D NieR:A war fantastisch, Persona 5 war phantastisch.


      Es wird Zeit für eine kurze Zockerpause, bevor es mit Sonic Mania wieder weiter geht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sushi ()

    • Fire Emblem Echoes: Shadow of Valentia [3DS]

      Ich stand dem Titel anfangs relativ kritisch gegenüber. Ich war wirklich kein großer Fan von Fates, da das ganze Drumherum um das relativ solide Map-Design und gute Gameplay einfach nicht stimmig war (Extrem schlimme Story, deplatzierte Features wie die Kinder etc.). Mittlerweile muss ich aber auch zugeben, dass ich Awakening mittlerweile auch etwas kritischer gegenüberstehe.

      Da es sich hier aber um ein Remake von Fire Emblem Gaiden, den zweiten Teil der Reihe vom Famicom handelt, hatte ich doch ein wenig Hoffnung, dass sich Intelligent Systems hier ein wenig auf die Wurzeln und Anfänge der Reihe zurückbesinnt, in denen Waifus und memeverdächtige Einzeiler nicht die Tagesordnung waren.

      Intelligent Systems ist das hier weitestgehend tatsächlich gelungen. Die Story des Spiels fand ich absolut toll. Große Wendungen oder Überraschungen gab es zwar nicht, wenn man allerdings im Hinterkopf behält, dass es ein NES-Spiel war, ist es beachtlich, wie ausgearbeitet die Charaktere sind. Vor allem Berkut fand ich grandios als Antagonisten. Nachdem Fates eine Ansammlung von Schurken hatte, die eindimensionaler nicht hätten sein können, ist es erfrischend, hier Rivalen und Antagonisten zu sehen, die einigermaßen glaubwürdig erscheinen. Auch die verschiedenen Einheiten fand ich alle extrem liebenswert und es machte wirklich Spaß, die ganzen Nebendialoge anzuhören, wenn man ein Dorf betritt zum Beispiel. Da wirklich fast alles in dem Spiel vertont ist, wirken die Charaktere auch noch mal deutlich lebendiger. Ich bin von der Qualität des Voice Actings begeistert, Echoes dürfte die bislang beste Vertonung eines Nintendo-Spiels neben Kid Icarus Uprising haben. Jeder Sprecher ist wirklich 100 % bei der Sache und es klingt alles einfach recht natürlich.

      Story-Spoiler und Kritik:
      Spoiler anzeigen
      Ein Wehrmutstropfen mit der Story ist, dass Celica für einen Teil des Spiels am Corrin-Syndrom leidet und unglaublich bescheuerte und unnachvollziehbare Entscheidungen trifft. Es ist so verdammt offensichtlich, dass Jedah nichts gutes im Schilde führt und nachdem er Celica und ihre Truppe einmal in einen Hinterhalt führt, ist sie immer noch gewollt, den Deal zu erfüllen?! Was zur Hölle.


      Spielerisch merkt man Echoes seine Wurzeln an: Alles ist etwas simpler gehalten. Map-Design ist relativ spärlich und karg, kein Heiratssystem und das Waffendreieck findet man hier auch nicht. Man könnte meinen, dass es deswegen schnell langweilig werden müsste, allerdings fand ich das Spiel gerade durch seinen Fokus auf einige wenige Kernelemente extrem motivierend. Fates und Awakening können vor allem für den Gelegenheitsspieler echt überfordernd sein, hier kann man aber einfach ohne großes Drumherum in die nächste Schlacht und muss sich nicht zermürben, wen ich mit wem shippe oder welche Einheiten ich mitnehme. In Fates und Awakening haben sich extrem schnell Tonnen von Einheiten angesammelt, die man unmöglich alle während des Spielverlaufs nutzen konnte, in Echoes hingegen ist wirklich jede Einheit nützlich und kommt so gut wie immer zum Einsatz, was ich echt gut finde.

      Die Dungeons in der 3D-Perspektive finde ich eine nette Abwechslung, hoffe allerdings, dass man die Idee noch ein wenig ausbaut, falls man sie in künftigen Titeln verwendet. Manche Dungeons wirken nämlich recht karg.

      Größter Kritikpunkt ist für mich das Map-Design oder besser gesagt die Cantors, die das Spiel ab dem letzten Drittel einem entgegen wirft. Sie beschwören permanent neue Gegner und ziehen Maps teilweise in absurde Längen. Am schlimmsten ist es dann, wenn später auch der Expel-Art bei denen nicht mehr funktioniert. Paradebeispiel dürfte hier die finale Map sein, die mich echt zur Verzweiflung brachte, bis ich einen Weg gefunden habe, mich da durchzucheesen. Ansonsten fand ich das Spiel in Sachen Schwierigkeit angemessen. Ich habe es auf Schwer durchgespielt. Es war stellenweise fordernd, allerdings nie unmachbar. Außerdem begrüße ich das Turnwheel, um Züge rückgängig zu machen. Muss man nicht nutzen, allerdings ist es doch was schönes, eine Map wegen eines Critical Hits nicht neu starten zu müssen.

      Der Soundtrack dürfte der bislang beste der Reihe sein. Gaiden hatte einige Ohrwürmer und die wurden wirklich super für dieses Remake aufgearbeitet. Man nehme beispielsweise das Theme, das beim Finale spielt. Im direkten Vergleich zum Original ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht, die Grundmelodie hört man aber noch deutlich in der neuen Fassung heraus.

      Insgesamt dürfte dies das beste Remake eines Nintendo-Spiels seit Metroid Zero Mission sein: Man hat das unattraktive und veraltete Original hergenommen, komplett überarbeitet und neue Features und Funktionen hinzugefügt. So müssen Remakes aussehen und es wirkt auch annähernd nicht so sinnfrei, wie viele Remakes in der aktuellen Konsolengeneration. Ich kann mir vorstellen, dass vor allem Fans von Awakening oder Fates von dem simplen und kurzweiligen Aufbau des Spiels abgeschreckt werden, Veteranen, die nach einer traditionelleren Fire Emblem-Erfahrung suchen, dürften hier allerdings voll auf ihre Kosten kommen. Für mich persönlich der beste der drei 3DS-Teile.
    • Phoenix Wright: Ace Attorney: Justice For All (DS)

      Nachdem ich den ersten Teil als Let's Play erlebt habe spiele ich nun selbst den zweiten Teil - Als großer Fan von Krimi Visual Novels wie Danganronpa, Zero Escape oder Umineko ist es seltsam dass ich so lange gewartet habe mir Ace Attorney anzusehen, bislang bin ich aber sehr angetan von den Charakteren, der Musik und natürlich den zu behandelnden Fällen: Es hat nicht die gleiche Komplexität wie Umineko oder das Verrückte von Danganronpa, aber statt als Detective als Anwalt Morde aufzuklären hat eine ganz eigene und spannende Dynamik.

      Nach dem zweiten Teil warten noch vier weitere Spiele der Hauptreihe, sowieso drei Spin-Offs auf mich, und ich bin schon sehr gespannt was noch kommen wird! Kann ich definitiv jedem Freund von spannenden Krimis empfehlen. :)
    • Crash Bandicoot N. Sane. Trilogy

      Habe mir das Spiel heute gekauft und für den Einstieg muss ich sagen, dass das Spiel nicht schlecht aussieht. Außer den dritten Teil habe ich die ersten beiden Teile nie gespielt was den Spielspaß nochmals steigen sollte. Außerdem kann ich Wartezeit auf Sonic Mania mit dem Spiel verkürzen haha :P

      Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen mit den Spiel und vielleicht mache ich auch noch 100% -> nein

      EDIT vom 1.8.17: Ich kann ab heute sagen, dass ich die Trilogie abgeschlossen habe. Zuerst war ich mit Warped fertig, dann mit dem zweiten und zum Schluss den ersten. Obwohl mir das Spaß gemacht hat muss ich sagen, dass die ersten beiden schwer waren und der erste nochmal 'ne Schüppe drauf gesetzt hat wo kleine Ausraster enthalten waren (leider). Beim zweiten Teil wurde die Schwierigkeit leicht runtergeschraubt und machte es leichter. Der dritte Teil war von allen der einfachste. Da kann man sich bei den Upgrades bedanken xD Ich würde den Spiel eine 8.5/10 geben. Der Spaß war da, nur leider war die Spielzeit nicht lang aber das sowieso klar, weil es eben nur ein Remake ist. Vom graphischen Look her sah das Spiel schön aus (mehr muss man dazu nicht sagen). Wo ich leider 1.5 Punkte abziehen muss lag an den Hitboxen (war schon bekannt). Leider hatte ich öfters Probleme im Spiel was wirklich zu "Frust" führte. Schade! Da hätte man es verbessern können.

      Ich werde es aber auf jeden Fall noch spielen. Die 100% gebe ich wegen der hohen Schwierigkeit auf. Auf die Platin-Trophäen kann ich gut verzichten. Jetzt heißt es auf Sonic Mania warten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von JustTim517 ()

    • Hellblade: Senua's Sacrifice

      Freunde, 2017 ist das beste Gaming-Jahr seit langem, wenn nicht aller Zeiten. Torment: Tides of Numenera ist meinen Hoffnungen gerecht geworden. Prey hat mich ziemlich aus den Socken gehauen. Horizon und Zelda sind eingeschlagen wie Bomben, und ich bin bei beiden bereit den Hype zu glauben. Von Geheimtipps wie Nier: Automata oder Persona 5 und großen AAA-Titeln wie dem neuen Mass Effect oder dem FF12-Remake noch nicht zu reden, und Super Mario Odyssey steht ja auch noch aus.

      Und trotz allem glaube ich, dass Hellblade dieses Jahr die intensivste Spielerfahrung überhaupt bietet und auch Ende des Jahres noch bieten wird.

      Es ist ziemlich kurz, knapp sechs bis acht Stunden, und ich bin mir gar nicht mal so sicher, wie sehr man Hellblade im klassichen Sinn als ein Spiel bezeichnen würde. Technisch gesehen, läuft man einen Schlauch ab, löst zwischendurch ein paar nette Rätsel mit pseudogeometrischen Runen, die man im Setting wiederfinden muss, und kloppt sich mit ein paar Gegnern. Klingt simpel und ist es beim Drüber Nachdenken eigentlich auch immer noch, aber Hellblade hat seinen ganz eigenen Kniff, der es massiv herausstechen lässt:

      Die Hauptfigur ist psychisch krank. Senua hört Stimmen und sieht Dinge, die nicht da sind. (...oder vielleicht doch?)

      Mehr kann ich spoilerfrei auch eigentlich schon nicht mehr sagen. Hellblade bildet diese psychischen Störungen so realitätsnah ab, wie es wohl irgendwie möglich ist, dafür haben die Macher extra mit Psychologieprofessoren, Forschungsstiftungen, Hilfseinrichtung für Betroffenen und ja, auch mit einigen Betroffenen selbst zusammengearbeitet. Senua selbst als Figur ist ein absoluter Geniestreich, mit einer ganz persönlichen Lebens- und Leidensgeschichte mit ihrer Krankheit und allem Drumherum. Hellblade ist dabei sowohl ein actionreiches Rätselspiel mit echt interessanten Rätseln und einem der besten Schwertkampf-Kampfsysteme in dieser Art von Spielen überhaupt - als auch eine Charakterstudie, eine Reise in die hintersten Winkel und intimsten Erlebnisse von Senua, voller großartiger Schönheit und schrecklichsten Albträumen.

      Ich bin mir nicht sicher, wie gut Hellblade als Spiel im klassischen Sinne ist.
      Als Erfahrung ist es auf seine eigene Art im Videospielsektor konkurrenzlos und unglaublich intensiv. Ich konnte es nicht am Stück durchspielen und brauchte spätestens nach knapp 2 Stunden am Stück eine Pause - und für Hellblade ist das ein Riesenkompliment.

      10/10, auf alle Fälle. Ich würde gerne das Spiel im Allgemeinen und das Ende im Besonderen diskutieren mit Leuten, die es durchgespielt haben und vielleicht auch das beigefügte Feature gesehen haben.

      Zwei Tipps noch:
      1. Besorgt euch ein gutes Headset mit Surroundsound, wenn ihr noch keins habt, und spielt ausschließlich damit.
      2. Guckt das Feature erst, wenn ihr durch seid. Da sind Spoiler enthalten.

      "What can change the nature of a man?"




      Ravel, Planescape: Torment

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tikal ()

    • Auf @Tikals Empfehlung hin habe ich mir Hellblade: Senua's Sacrifice nun ebenfalls zugelegt und habe es direkt an einem Stück durchgespielt.
      Das ist ohne große Konkurrenz das beste Spiel, dass ich seit einiger Zeit in den Fingern hatte und ich kann Tikal eigentlich nur in all seinen Punkten zustimmen.

      Die Welt, die das Spiel aufbaut ist gleichermaßen faszinierend wie verstörend, aber um es wirklich genießen zu können, sollte man starke Bereitschaft mitbringen, sich auf die bizarre Spielwelt einzulassen, denn es wird einem alles andere als eine gradlinige Story erzählt. In so ziemlich allen Spielelementen - also sowohl in der Spielwelt als auch im Gameplay - spiegelt sich die psychische Störung der Protagonistin wieder. Einiges davon ist sehr offensichtlich gehalten, anderes zeigt kleine Häkchen, die spürbar machen, dass da tatsächlich Leute mit 'dran saßen, die Ahnung von den Störungen hatten.

      Ohne zu viel zu verraten: Das Spiel ist sehr gut darin, im Spieler adäquate Emotionen hervorzurufen, sofern dieser sich denn auf die Spielerfahrung einlässt. Dabei ist es nicht von Anfang an wichtig, Verständnis für die Störungsbilder zu haben, denn die Protagonistin versteht diese ja genauso wenig und man lebt sich mit ihr zusammen irgendwie da hinein. Alles in allem wurde es einem sehr leicht gemacht, emotional in das Spiel einzusteigen und wenn man es zulässt, kriegt man einen leichten Geschmack davon, wie es sein kann, diese Störungen tatsächlich zu durchleben. Ich kann nur sagen, dass ich nach sieben, acht Stunden froh war, das Headset wieder abnehmen zu können und die Symptome hinter mir lassen zu können - was aber nichts daran ändert, dass ich es nochmal frisch spielen würde, wenn ich die Möglichkeit hätte. :D

      Ob das Spiel einem die aktuell 30€ wert ist, sollte man hauptsächlich daran entscheiden, wie wichtig einem Character- und Worldbuilding ist. Das Spiel erzählt keine Geschichte im eigentlichen Sinne und das Gameplay ist im positiven Sinne recht spartanisch und in die Erzählung integriert. Man wird also keine tiefgreifende Hintergrundstory erzählt bekommen (zumindest nicht im eigentlichen Sinne, sondern eher als Mittel zum Zweck) oder umfassende Bewegungs- und Erkundungsmöglichkeiten haben. Auch zu erwähnen, dass das Spiel vermutlich für die meisten keinen übermäßigen Wiederspielwert haben wird. Wenn man für die Thematik allerdings auch nur ein bisschen was übrig hat, wird man die meiner Meinung nach beste Spielerfahrung seit Langem machen.
    • Horizon: Zero Dawn

      Jau. 2017 ist definitiv das beste Gaming-Jahr mindestens des Jahrzehnts - für "aller Zeiten" will ich vorher noch Zelda und Mario gespielt haben. Porenzial ist da.
      Ich hatte bei Hellblade noch geschrieben, ich wäre bereit den Hype um Horizon zu glauben - jetzt sitze ich hier mit über 65 Stunden in Horizon und einer hübsch glitzernden Platin-Trophäe. Zweites PS4-Spiel mit Platin - nach Bloodborne - und das will schon was heißen. :D

      Aber wirklich, meine Güte. Ich bin beeindruckt. Eine wunderschöne und in eigentlich allen Ecken interessante Open World - ich bin eigentlich an so ziemlich allen Ecken der Welt gewesen, in die einen die Storyquests in der zweiten Hälfte hinführen, und zwar zehn Stunden, bevor die Story mich da haben wollte. Interessant, was man da so auf einmal versteht, warum das Spiel einen da hin schickt, wo beim ersten Mal halt doch echt eindeutig was fehlte. :D Und das ist in diesem Fall ein sehr großes Kompliment für die Welt von Horizon, weil Open World bei mir normalerweise eher eingeschränkt funktioniert. Und wie schön die Welt ist, wie vielfältig. Hohe schneebedeckte Berge, weite trockene Wüsten, ein weiter, dichter Dschungel, verzweigte Ruinen der alten Welt, zerstört, überwachsen und überflutet, durchzogen von den bekannten Robotermonstern. Eine Welt, in der ich mich lange, lange verloren habe.
      Oh, ja, genau, die Roboter. Schöne storymäßige Begründung und ein paar echt tolle Designs. Gerade weil man echt gut erkennen kann, was da alles Pate gestanden hat. :D Und eine sehr kreative Umsetzung ins Kampfsystem, das ist zwar nicht unbedingt "genial", aber einerseits schön simpel und nachvollziehbar und andererseits echt interessant und mechanisch durchaus fordernd. Interessant genug, dass ich zwischendurch echt ein paar Stunden nur Maschinen gejagt habe, um ein paar interessante Ideen zu testen - die, Bonus, dazu auch meistens funktioniert haben. :D

      Und trotz allem, der wahre, strahlende Kern von Horizon ist die Story und das Writing. Die kleinen Snippets aus der alten Welt, die über die Welt verstreut sind, von Werbegutscheinen für Online-Dienste über die Rundreise von einem Mann mit seinen Erinnerungen, von den Auszügen aus dem täglichen Leben der 2040er bis 2060er über die nach und nach langsam eingebrachten Enthüllungen über den Untergang und wie er abgewendet wurde, hier stecken überall einerseits große Themen drin, die das Spiel mit seltener Klarheit auf den Punkt bringt, andererseits aber auch viele kleine Einsprengsel mit ganz viel Herz und intimer, realistischer, menschlicher Darstellung von Gesprächen, Gedanken, Emptionen. Oh, und eine gute Story wird auch erzählt, oder besser: gleich zwei davon. Auch die Ereignisse in der Vergangenheit, vor hunderten von Jahren, haben interessante, komplexe Figuren und spannende Twists und überraschende Enthüllungen. Die wahre Geschichte des Spiels ist aber natürlich Aloy und ihre Reise von einer Ausgestoßenen ihres Stammes hin zu ... ach, spielts doch einfach selber, wers noch nicht hat. :D Aloy war ein Cosplayer-Liebling auf der GC dieses Jahr, und völlig zu Recht.
      Die Story ist jetzt vielleicht nicht unbedingt "neu" oder sensationell überraschend und nimmt lieber einige typische Story-Schritte mit, als sie auseinanderzunehmen und neu zusammenzusetzen. Horizon funktioniert bei mir dabei aber ganz ähnlich wie das sträflichst unterschätzte und fast vergessene Skies of Arcadia und liefert Storytwists und Enthüllungen, die man vielleicht in einem gewissen Sinne kommen sieht, aber wie genau es passiert, nicht. Und das WIE, wie es passiert, das trifft. Beispiel? (wirklich: Nicht lesen, wenn ihr Horizon noch nicht gespielt habt. Das solltet ihr ungespoilert erfahren.)
      Spoiler anzeigen
      Rost. Spätestens seit Star Wars weiß jedes Kind, dass so ein offensichtlicher Mentor stirbt.
      Jetzt könnte man für Horizon ein "Check" dahinter setzen und es dabei belassen - aber das wird der ganzen Sache nicht gerecht. Die Beziehung zwischen Rost und Aloy wird über die ersten Stunden vorsichtig und feinfühlig aufgebaut. Man spürt diese Vater-Tochter-Beziehung förmlich. Die Szene, wo Rost Aloy zu den Nora bringt... boah, tat die weh. Das ist es, für das Aloy ihre ganze Kindheit trainiert hat, die Chance, aufgenommen zu werden, und die kleine Chance, endlich die Antworten zu erhalten, die sie ihr ganzes junges Leben lang getrieben haben. Und es heißt, dass sie Rost nie wiedersehen wird, nie wiesersehen darf.
      Und Rost wusste das. Hat es immer gewusst.
      Aloys Antwort... "Ich werde dich finden. Egal wo."
      Ich dachte, das war es. Auch wenn der Mentor dann erst mal lebt. Ich dachte mir schon, dass wir ihn wieder treffen werden. Aber vielleicht auch nicht? Gut, eigentlich habe ich es erwartet, aber ... ich war gespannt, was Horizon mir liefert.

      Und dann kam der Angriff auf die Bewährungszeremonie. Ich hätte damit rechnen müssen, aber ich tat es nicht. Aloy hatte die Zeremonie gewonnen. Aloy würde Antworten erhalten.
      Ich würde Antworten erhalten.
      Dann griffen sie an. Mit Maschinengewehren und Sprengfeuer. Alle würden sterben. Eine hoffnungslose Situation.
      Bis Rost kam.

      So im Nachhinein hätte ich es kommen sehen müssen. Ich glaube, ein Teil von mir sah es kommen.
      Und trotzdem war ich selten so gefesselt von einem Spiel wie in genau diesem Moment. Skies of Arcadia hat mir das mehrfach geliefert, diese perfekte Übereinstimmung von "das muss jetzt aber kommen, darauf arbeitet die ganze Story hin" und "zur HÖLLE liefert das Spiel da jetzt aber GEIL!" Mass Effect, vor allem Teil 2, konnte das auch ganz gut. Und jetzt Horizon.
      Oder die Erkundungstouren durch die versunkenen Ruinen der Alten Welt. Gerade die, die später story-relevant sind. Unfassbar. Das Spiel brauchte mir gar nichts in der Richtung zu sagen, aber ich bin da trotzdem langsam durch, ganz langsam, Schritt für Schritt, habe geguckt, gesucht, erkundet. Kann man da durchrennen? Natürlich! Spart sicher auch viel Zeit gegenüber meinem Stil. Ich meine das aber ausdrücklich als Kompliment, so sehr hat mich Aloy und ihre Reise an diesen Stellen gepackt und nicht losgelassen.
      Oder der erste Kampf gegen einen Stormbird, der mitten auf der Route saß, wo ich durchwollte. Entweder ich umgehe ihn, aber nicht mit vertretbarem Aufwand - oder ich hole ihn vom Himmel. Unterlevelt und unterequippt, aber los gehts. 15 Minuten später war er down.
      Oder... ach, ist gut jetzt. Horizon ist absolut großartig, in allen Belangen. Der DLC kann kommen, und so viele Sequels, wie ihr wollt. Story-Hooks sind genug vorhanden. Gebt mir alles. Mehr Stoff. Egal. Hautpsache mehr Horizon. Kaufgrund für ne PS4, und wer mehr als einen sucht, nimmt Bloodborne gleich auch noch mit.

      10/10

      "What can change the nature of a man?"




      Ravel, Planescape: Torment

    • Ich habe Horizon jetzt auch auf Platin gebracht und werde vielleicht noch den Run auf sehr schwer machen, falls mir die Finger dazu jucken.

      Ich muss sagen, dass das Spiel mir zu Beginn nicht so viel Spaß gemacht hat. Ich hab sogar nach rund 30 Stunden pausiert und es erst mal liegen lassen. Zu hektisch und zäh waren mir die Kämpfe, zu fummelig das Crafting-System (jeden Mist muss man sich zusammenbasteln), zu uninteressant die Dialoge und Charaktere, dazu kam eben auch, dass mir das Konzept "Open World" echt bis zum Hals stand und ich keine Lust mehr auf ewiges rumwandern hatte. Vor einer Woche konnte ich mich dann doch noch mal durchringen und habe es weiter gespielt. Nachdem ich den Schwierigkeitsgrad reduziert hatte (also auf Normal), wurden die Kämpfe weniger zäh und es stellte sich ein gewisser flow ein. Ich hatte anfänglich gedacht, das Spiel sei wieder so ein plattes Open-Wörld-Game, welches mir alles abnimmt, vom denken bis zum spielen, schließlich bin ich nach Dark Souls und Nioh anderes gewöhnt.
      Die zweite Hälfte von Horizon hat mir dann auch wesentlich mehr Spaß gemacht, was wohl auch daran lag, dass ich die meisten Gegner überbrücken konnte (was zu unterhaltsamen Kämpfen geführt hat) und die Story an fahrt aufnahm. Horizon macht als Open World Game schon vieles richtig, vor allem in grafischer Hinsicht ist es eine Augenweide, selbst auf der alten PS4. Die Gegner sind sehr kreativ und mal was anderes, abseits von Elfen, Feen, Orks und Rittern. Auch das Waffen-Design ist mindestens interessant. Letztendlich blieben für mich die Kämpfe aber zu hektisch und wurden manchmal auch nervig (Erledige die Grauhabichte :cursing: ), die Auswahl an Gegenständen und das Crating-System sind einfach zu übertrieben fummelig, da wäre weniger definitiv mehr gewesen. Auch die nur funktionale K.I. und das folgen-freie Dialogsystem verdienen hier keinen Oskar.

      Für mich spielt Horizon trotz dessen in diesem Jahr bei den großen Titeln mit. Als Open World Game im allgemeinen in dieser Generation wohl ebenso, auch wenn ich persönlich Fallout 4 und Witcher 3 immer noch eine Nasenlänge weiter vorne sehe. Aber sicher, alles Geschmackssache.

      Ich würde eher zu einer 8/10 tendieren.


      «Wenn man dich als finster und krank bezeichnet, bist du wahrscheinlich auf dem richtigen Weg.» - Thom Yorke




    • So, es war mal wieder Zeit nach etwa einem halben Jahr, dass ich mich mal wieder eines Souls-Spiels annehme. Nachdem ich Dark Souls 2 zuletzt gespielt hatte, hab' ich mich nun Bloodborne zugewandt (leichte Spoiler folgend). Ich schätze, ich bin gerade etwa bei der Hälfte.

      Bloodborne ist ein sehr interessantes Spiel. Abgesehen von den vielen verschiedenen Spielstilen sind ein Großteil der RPG-Elemente aus den Vorgängern entfernt worden. Und obwohl man weiterhin sehr unterschiedliche Möglichkeiten hat, Herausforderungen im Spiel zu bewältigen, ist trotzdem eine starke Vereinfachung zu spüren. Denn zumindest eines hat man diesmal immer zu tun: Man geht mit dem Gegner auf Tuchfühlung und weicht sehr viel aus. Zu Beginn sei erwähnt, dass ich bisher offline gespielt habe.

      Bevor ich mich zu dem Wichtigsten, Gameplay und Leveldesign, äußere, gebe ich einmal kurz einen Kommentar zu Grafik/Sound/Story ab: Das Spiel sieht ziemlich gut aus, auch wenn ich persönlich keinen Generationssprung zwischen Dark Souls 2 und Bloodborne bemerkt habe. Klar sind einige Lichteffekte detaillierter, und Kleidung ist noch dynamischer, aber das halte ich nicht für sehr signifikant. Im Vorfeld habe ich Negatives über die Ladezeiten gelesen, das kann ich nicht teilen, ich finde die Wartezeit vollkommen okay. Viel negativer aufgefallen sind mir die gelegentlichen Skybox-Löcher, die aus einer Vielzahl von Winkeln sichtbar werden können. Das ist ganz schwach. Die Musik ist gelungen, aber sie reiht sich bisher doch eher in Richtung Dark Souls-Reihe ein, insofern dass ich mich im Nachhinein nicht mehr an die Stücke erinnere. Das hat bisher weiterhin nur Demon's Souls geschafft.
      Die Story habe ich bisher ehrlich gesagt noch nicht richtig wahrgenommen. Ich bin allerdings auch kein Meister im Zwischen-den-Zeilen-lesen. Da werde ich mich wohl eher im Nachhinein informieren.

      Das Gameplay von Bloodborne ist negativ formuliert eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Zuerst einmal ist natürlich das rückkehrende Kampfsystem mit vielen verschiedenen Attacken und Kombinationsmöglichkeiten, gerade auch im Bezug auf Ausweichmanöver, immer willkommen. Das neue System, durch aggressive Gegenattacken HP zu regenerieren ist fantastisch. Die Schusswaffen sind eine interessante Neuerung. Mir gefällt sehr gut, dass diese auch ohne Bloodtinge-Leveling ihren Nutzen haben. Ich habe mich nämlich für einen sehr simplen Build entschieden: Bisher wurden nur Vitality, Endurance und Dexterity gelevelt, womit ich gut durchkomme. Trotz allem erlaubt mir meine Pistole Zugang zu den sehr starken Konterattacken und dem ein oder anderen Finisher. Mir gefallen außerdem das Switch-System der Waffen, welches dem Kampfsystem etwas mehr Tiefe verleiht, und der neue Backstab, der mehr auf Stealth und Timing setzt.
      Nun zu dem Aspekt, warum ich trotzdem nicht vollends überzeugt bin: Die Soulsreihe ist ein großartiges Arrangement von Action-RPGs, aber wenn man einen großen Teil des Spiels herausnimmt und sich auf den Nahkampf konzentriert, dann muss zusätzlich zu den genannten Änderungen ein bisschen mehr Verfeinerung dazukommen. Primär beziehe ich mich dabei auf zwei Aspekte:
      Zum Ersten ist es weiterhin ein großes Designproblem, dass eigene Waffen von der Umgebung beeinflusst werden (Abpraller u.ä.), gegnerische aber nicht. Kämpfe um Säulen herum oder in engen Gängen sind entweder unfair, wenn man sie normal angeht, oder clunky, wenn man sich der Gefahr bewusst ist.
      Zum Zweiten ist das Staggersystem des Spiels zu undynamisch. Manche Gegner sind selbst im Mid-Game eine Lachnummer, wenn man genug Endurance hat, da man sie einfach Stunlocken kann. Der Gegenentwurf sind (meist große) Gegner, welche ums Verrecken nicht staggern, oder wenn sie es tun, dann auf unfreiwillig komische Weise.
      Diese beiden Aspekte schmälern mein Urteil zum Gameplay aber nur ein wenig. Die Kämpfe fühlen sich trotzdem dynamisch an, und gerade wenn man genau im richtigen Moment eine Ausweichbewegung vollführt, ist die Befriedigung groß. Wer jedoch die Idee hatte, nach Estus wieder auf limitierte Heilitems zu setzen gehört gefeuert.
      Die Bosse hinterließen mich bisher zwiegespalten, wobei ich sicher noch vor ein paar sehr interessanten späteren Kämpfen stehe. Bisher reichten die Bosse von fantastisch (Logarius), sehr gut (Gascoigne), gut (Amelia, Bloodstarved Beast) über okay (Cleric Beast) zu schwach (Witch of Hemwick, Rom, Shadows of Yharnam). Dass man mal wieder versuchen wollte, Gimmickbosse wie in Demon's Souls zu implementieren ist ja eine schöne Idee, aber an Konzepte wie den blinden Boss oder Storm King reicht das nicht heran.
      Eine Bemerkung würde ich mir hier aber erlauben wollen: Gascoigne ist ja wirklich ein sehr durchdachter, vielschichtiger Boss, aber man kann es mit der Schwierigkeit zu Beginn auch übertreiben. Von den genannten Bossen bin ich bei ihm mit Abstand am häufigsten gestorben, und das lag garantiert nicht nur daran, dass er relativ früh im Spiel kam. Gerade für Spieler, die mit Bloodborne ihre erste Souls-Erfahrung hatten, ist das eine zu hohe Hürde meiner Meinung nach.

      Nun zum Leveldesign: Dark Souls trifft Dark Souls 2 würde ich sagen.
      Rein visuell-stilistisch ergibt sich der größte Konstrast zur Souls-Reihe, die gesamte Victorian England-Atmosphäre ist natürlich absolut großartig und zurecht auch so bekannt und positiv aufgenommen worden. Das Konzept der Hunters und Beasts passt dazu wie die Faust aufs Auge. Ein wenig scheint aber die Abwechslung darunter zu leiden. Die Farbe Grau ist etwas zu dominant und vielleicht habe ich auch den ein oder anderen Grabstein zu viel gesehen. Die Welt im Ganzen gefällt mir recht gut, aber die Verbindungen zwischen den Gebieten (und demnach auch die Bonfires Lampen) sind nicht sehr fließend, ähnlich wie in Dark Souls 2 (immerhin aber wirken die Transitionen natürlich und nicht lieblos hingeschmiert). Obwohl es eine ziemlich gute Verbindung zwischen Forbidden Woods und Yharnam gibt, bleibt die vollständig verbundene Welt wie im Anfang von Dark Souls weitestgehend aus. Das Reisen erfolgt größtenteils durchs Warpen. Die größte Unsitte des Spiels ist hier, dass man immer zurück zur Hub warpen muss, um den Level zu wechseln. Das Spiel hat unglaublich viel Feinschliff, aber diesen Quality-of-Life Tweak vergessen die Entwickler natürlich...
      Einen sehr positiven Aspekt gibt es noch: Den großen Anteil an optionalen Gebieten. Sowohl Hemwick, Old Yharnam als auch Castle Cainhurst stehen allesamt den Hauptgebieten in nichts nach, im Gegenteil, sie sind eher besser. Castle Cainhurst reiht sich für mich in die Liste der besten Soulslevel ein, neben 1-3, 3-1 und 3-2 aus Demon's Souls, Ariamis aus DkS und Brume Tower aus DkS2.
      Nicht ganz mithalten kann Bloodborne bisher bei den Setpieces, wenn man mal die großartige Idee aus Old Yharnam als Ausnahme nimmt. Zwar sind alle Level recht variiert, häufig können sie aber nicht den Wow-Effekt erzielen, den beispielsweise die Bogenschützen in Anor Londo zu erzielen vermochten. Ansonsten bieten die Level aber viele interessante Ideen und vor allem auch recht offene Segmente wie das Dorf in den Forbidden Woods, in denen es viel zu entdecken gibt. Um so mehr schmerzt, dass aufgrund der geringeren Anzahl von RPG-Elementen und Variationen im Gameplay die Ausbeute eher uninteressant oder sogar unnütz ausfällt. So habe ich bereits jetzt über 100 Bloodstone Shards... Außerdem ist es inkonsequent, dass im Gegensatz zu allen bisherigen Souls-Spielen die verschiedenen Fallen respawnen.
      Ein kleinerer enttäuschender Aspekt für mich sind die Abkürzungen. Dark Souls ist ja unter anderem aufgrund der Leiterabkürzung in der Undead Burg so bekannt für ausgeklügeltes Leveldesign geworden. Dies wird in Bloodborne versucht zu imitieren, aber wenn das Vorhandensein einer Abkürzung so offensichtlich ist wie die Präsenz eines verschlossenen Hauses in den Forbidden Woods gleich bei der Lampe, dann ist doch der halbe Spaß in Form des Überraschungseffektes dahin.

      Dann noch ein kurzer Kommentar zu den Chalice Dungeons: Die finde ich bisher wirklich schwach und bin heilfroh, dass ihre Präsenz dem Hauptspiel anscheinend nicht groß geschadet hat. Zufällig generierte Level sind so ziemlich die Antithese zu einfallsreichem Leveldesign.

      Als Fazit bisher: Je nach dem wie es weitergeht ist das Spiel entweder auf einer Stufe mit Dark Souls oder geringfügig besser. Demon's Souls bleibt für mich trotz seiner Schwächen unerreicht, aber gut, ich mache keinen Hehl daraus dass da auch die rosarote Brille etwas mitspielt.

      Zu guter Letzt noch eine kleine Anekdote: Seid nicht so doof wie ich und überseht die Lampe ganz am Anfang von Castle Cainhurst. Immerhin hab' ich das Level trotzdem bewältigt und konnte mir sogar Seelen Blood Echoes im Wert von fünf Level-Ups sichern :] Trotzdem hätte mir so einiges an Anspannung erspart werden können :P


      Did that sting? Saw-ry!
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