Chicken-o-saurus - Coole Idee oder moralisch inkorrekt?

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    • Chicken-o-saurus - Coole Idee oder moralisch inkorrekt?

      Mit dem neuen Dino-Hype rund um den neuen Jurassic World Film und die Franchise an sich, stieß ich gestern auf Jack Horner, ein Paläontologe, der auch als Dino-Experte für den neusten Film mitwirkte.

      In einem TED Vortrag sprach er 2011 von der Idee aus einem Huhn einen Dinosaurier zu machen. Vögel und Dinosaurier sind genetisch verwandt und durch aktivieren von schlummernden Genen in der Huhn-DNA könnte man ein Huhn mit Zähnen, Armen und einem langen Schwanz machen. Praktisch ein kleiner Raptor.

      Hier das Video (16min)
      ted.com/talks/jack_horner_building_a_dinosaur_from_a_chicken

      In seinem Vortrag spricht er auch von der Hundezucht und den "GloFish", also Zierfischen denen ein Gen von Tiefsee-Tintenfischen oder Quallen gegeben wurde, damit sie leuchten.
      Was meint ihr? Ist es moralisch vertretbar noch einen draufzusetzen und Hühner zu kleinen Dinos zu machen?

      Selber finde ich die Idee sehr spannend. Zu gern würde ich mal einen kleinen Dino sehen der denen der Fossilien ähnelt.
      Doch auf der anderen Seite werden dabei sicher sehr viele "Fehlversuche" entstehen, und das wäre doch Tierquälerei, oder?
      XOXO
    • Also meiner Meinung nach ist das moralisch doch sehr fragwürdig. Tierversuche gibt es ohnehin schon in Massen aber Experimente durchzusetzen, nur weil man einen lebenden Dinosaurier erschaffen möchte?

      Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich davon halten soll und wo liegt überhaupt der Sinn?
    • Das Video kann hat bei mir keinen Ton. Surfe gerade mit der Wii U... liegt vielleicht daran.

      Zum Thema:

      Bringt es denn wirklich was?

      Wenn man beispielsweise ein Fossil findet und daraus einen lebendigen Dino erschaffen könnte (was natürlich nicht geht) wäre ich dafür. So könnte man doch bestimmt viele neue Erkenntnisse gewinnen.

      Aber falls man dadaurch nicht wirklich viel neues erfährt und man es eher macht "weil wir's können" und da es "Spaß" macht würde ich es kritisch sehen. Also die Sache sorgt bei mir für Fragezeichen. Was soll das?
    • Kommt drauf an wie die "Dinos" enstehen, sollen sie von den Eiern der Hüner schlüpfen dann denke ich: Mal ausprobieren ( ich weiss, ich bin fies *_*)
      Zur tierquälerei; denkt an die Kükenmännchen! Aus denen werden Nuggets für Mc Donalds gemacht...
      Oder Hundefutter.
      Hünerlegebatterien sind auch nicht grade was feines...
      Komm Eggy immer wenn du hungrig bist, wirst du zur Diva...
      -besser? ?(
      -besser! :thumbsup:

      Evil Ham: und der Hunger ist gegessen :thumbup:
    • Chris schrieb:

      Aber falls man dadaurch nicht wirklich viel neues erfährt und man es eher macht "weil wir's können" und da es "Spaß" macht würde ich es kritisch sehen. Also die Sache sorgt bei mir für Fragezeichen. Was soll das?


      Hunderassen werden auch nur gezüchtet, weil die Menschen es können. Da hinterfragt auch niemand, warum man soweit geht aus einem ursprünglichen Wolf-artigem Tier einen Chihuahua zu machen.
      Hier wäre es ähnlich, nur dass man es nicht mit Kreuzung versucht sondern mit Eingreifen in die DNS.

      Fangirl333 schrieb:

      Kommt drauf an wie die "Dinos" enstehen, sollen sie von den Eiern der Hüner schlüpfen dann denke ich: Mal ausprobieren ( ich weiss, ich bin fies *_*)
      Zur tierquälerei; denkt an die Kükenmännchen! Aus denen werden Nuggets für Mc Donalds gemacht...


      Klar würden sie aus Hühnereiern schlüpfen. Man würde die Embryos im Ei modifizieren. Bisweilen gibt es schon Tests (die in einigen Ländern erlaubt sind) an Embryos bei denen man ein Gen geändert hat, was aus dem Schnabel eine Dino-Schnauze mit Zähnen macht. Nur dürfen diese Embryos nicht schlüpfen und müssen vor der Geburt getötet werden.
      Experimente gibt es also sowieso schon.

      Und die männlichen Küken schaffen es noch nicht mal zu McDonalds, die werden tatsächlich geschreddert und entsorgt.
      XOXO
    • Als wenn es einen unterschied zwischen schreddern oder schreddern und von einem Fastfoodjunkey verschpeist werden einen Unterschied gäbe. Beides ist grauenvoll.
      Und wenn die vor der Geburt sowieso getötet werden, was hat das dann für nen Sinn? Die sollten die mal schlüpfen lassen, wäre garantiert Interessan.
      Egal interessant ist das Tehma das muss man dir lassen ;)
      Komm Eggy immer wenn du hungrig bist, wirst du zur Diva...
      -besser? ?(
      -besser! :thumbsup:

      Evil Ham: und der Hunger ist gegessen :thumbup:
    • Hmm, ich bin der Wissenschaft grundsätzlich zwar sehr zugetan, aber DNA-Fummeleien aus Spaß an der Freude sehe ich immer recht kritisch.
      Hunderassen zu züchten ist da nochmal eine ganz andere Geschichte. Da schiebt man ja "nur" ein bisschen am Verlauf der Evolution - Dinosaurier dürften unter normalen Umständen nicht mehr auf unserem Planeten leben.
      Man weiß immer nicht, was man mit solchen Experimenten lostritt.
      Ich sehe auch Klonexperimente und Ähnliches ziemlich kritisch. Man sollte nicht alles tun, was man kann, einfach weil man es kann.

      Ich sehe auch noch einen gewaltigen Unterschied zwischen "Ich züchte das Tier, um es zu essen und ein Grundbedürfnis zu befrieden." und "Ich züchte das Tier zu meinem eigenen Vergnügen und nehme ggf. seine Qualen und seinen Tod in Kauf, wenn es nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle."
      Letzteres empfinde ich als grob fahrlässig, weil das wiedererwecken einer ausgestorbenen Rasse (soweit ich das sehe) keinerlei objektiven Vorteile mit sich bringt. Ja, sicher, es ist halt irgendwie cool, aber letzten Endes wird das nur ein weiteres Tier, was wir in irgendeinen Zoo stecken, um's dann anzugaffen.
    • @Fangirl333: Danke. Ich wollte einfach mal ein paar Für und Gegenstimmen einholen. Ich denke das ist ein interessantes Diskussionsthema

      @Chris:
      Hab eben noch einen Artikel aus der Washington Post gefunden. Jack Horner meint, aus der Untersuchung könnte man auch einige Dinge erfahren die für medizinische Zwecke sinnvoll sind, z.B. wie man menschliche Wirbelsäulen wieder repariert.

      washingtonpost.com/national/he…e-e91da079cb8a_story.html

      (edit)
      @Pandorra: Der Chickenosaurus wäre aber kein "echter" Dino, sondern immer noch ein Huhn mit Dino-Merkmalen. Ein T-Rex könnte man schlussendlich nie daraus züchten (zudem wurde das Huhn gewählt, weil es einfach zu halten ist. Wildvögel sind nicht so einfach zu untersuchen).

      Zudem wird in dem Artikel nochmal erläutert, dass es nicht rein aus Vergnügen gemacht wird, sondern auch um mehr über die Genetik zu erfahren und wie wir sie zu unseren Gunsten nutzen können.
      XOXO
    • Spark schrieb:

      Zudem wird in dem Artikel nochmal erläutert, dass es nicht rein aus Vergnügen gemacht wird, sondern auch um mehr über die Genetik zu erfahren und wie wir sie zu unseren Gunsten nutzen können.


      Das sehe ich so ein bisschen als Vorwand, weil man sich sonst nicht rechtfertigen könnte, so viele Forschungsgelder wegzuhauen. Im Endeffekt lese ich in diesem Artikel sehr viel von "could".
      Das Tier könnte ein normales Leben führen.
      Es könnte uns in der Medizin voranbringen, etc.

      So wie ich das sehe, muss man schon ziemlich genaue Vorstellungen von dem fertigen Exemplar haben, wenn man einen Gencode entsprechend anpassen will. Da ist dann fraglich, wie viele neue Informationen uns so ein Tier bringt, das wir quasi selbst synthetisiert haben. Diese Wirbelsäule hat der Mensch dann selbst "gebastelt" - hat sogar die entsprechenden DNA-Sequenzen selbst geschaffen. Da kann mir keiner sagen, dass die nicht von vornherein eine ungefähre Ahnung davon haben, was das Ganze der Medizin einbringt. Es wäre dann immerhin kein fremdes Tier, keine neue Spezies - tatsächlich müssten die Wissenschaftler so einen Chickenosaurus dann sogar besser kennen als die meisten anderen Tierarten, die auf unserem Planeten leben.
    • Spark schrieb:

      Hunderassen werden auch nur gezüchtet, weil die Menschen es können. Da hinterfragt auch niemand, warum man soweit geht aus einem ursprünglichen Wolf-artigem Tier einen Chihuahua zu machen.
      Hier wäre es ähnlich, nur dass man es nicht mit Kreuzung versucht sondern mit Eingreifen in die DNS.


      Dass mit der Züchtung ist ein Argument, obwohl ich es nicht komplett unkritisch sehen würde. Es gibt Hunde die durch die Züchtung unter Atemnot leiden.
    • Pandorra schrieb:

      Im Endeffekt lese ich in diesem Artikel sehr viel von "could".
      Das Tier könnte ein normales Leben führen.
      Es könnte uns in der Medizin voranbringen, etc.


      Ist ein "Könnte" nicht eh der Antrieb für alles in der Wissenschaft? Nichts ist gewiss, es muss erst untersucht werden um die Vorteile kennen zulernen.
      XOXO
    • Da kommt mir die Frage auf, darf man alles was man kann?
      Ich finde sowas natürlich interessant, aber mit experimenten etc. soll man nicht übertreiben. Es reicht schon das Tiere die Medikamente zuerst testen müssen.

      Und wenn die damit anfangen ein "Chickendino" zu machen werden die denke ich mal fast alles mögliche tun was mit Experimenten und Co. gemeint ist.
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    • @Spark
      Wenn wir von der moralischen Ebene ausgehen; Nein.
      In der Psychologie würde niemals ein Experiment durch die Ethik-Kommission kommen, das das Leben eines Menschen möglicherweise gefährdet/verschlechtert/etc. Da sind die Richtlinien sehr streng und was für eine Forschungsbereicherung dahinter steht, ist dann auch erstmal sekundär.

      Aber in diesem Fall ist es ja "nur" ein Tier, deshalb zuckt die Ethik-Kommission nicht. Für mich persönlich macht das aber keinen allzu großen Unterschied. Man sollte zugunsten einer vagen Möglichkeit kein Lebewesen potentiellen Qualen aussetzen.
    • Muss da aber Fangirl333 recht geben, heutzutage wird soviel Schindluder mit Tieren im großen Stil betrieben, dass ich die Argumentation gegen so etwas, wenn es denn aus wissenschaftlichen Gründen betrieben wird nicht ganz nachvollziehen kann. Auf der einen Seite haben wir die massenhafte Ausbeutung von Tieren und auf der anderen Seite sind eben nur einzelne Tiere die als Versuchsobjekte herhalten.
      Wenn es so etwas gäbe wie einen hippokratischen Eid für Wissenschaftler (eben das verhindern von unnötigem Leiden und die größtmögliche Reduzierung von Risiken), dann würde das für mich vollkommen in Ordnung gehen.
      Jede Veranstaltung die ich besuche wird ganz automatisch zu einer fucking Freakshow!
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